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Verstörendes Video: Polizei im US-Bundesstaat Louisiana erschießt Afroamerikaner – erneute Proteste

Verstörendes Video: Polizei im US-Bundesstaat Louisiana erschießt Afroamerikaner – erneute Proteste
Die Polizei im US-Bundesstaat Louisiana hat einen afroamerikanischen Verdächtigen erschossen. (Symbolbild)
Erneut erschießen Polizisten in den USA einen Verdächtigen. Und wieder handelt es sich um einen Afroamerikaner. Zum Vorfall kam es in der Stadt Lafayette im US-Bundesstaat Louisiana. Laut Polizeiangaben war der Mann mit einem Messer bewaffnet. Am Samstag kam es infolgedessen abermals zu Protesten.

Die Beamten in der Stadt Lafayette im südlichen US-Bundesstaat Louisiana hätten zunächst erfolglos Elektroschocker eingesetzt, um Treyford P. zu stoppen, erklärte die Polizei des Bundesstaats am Samstag. Danach hätten die Beamten das Feuer auf den Fliehenden eröffnet, als er sich in Richtung einer Tankstelle absetzen wollte, hieß es weiter. Der 31-Jährige war nach Polizeiangaben mit einem Messer bewaffnet.

Das neue Filmmaterial zeigt die gesamte Verhaftung von George Floyd, die zuvor nur in kurzen Zeugenvideos und einem von der Polizei genehmigten Bodycam-Clip zu sehen war, sowie dieses von Rashad West, dem Besitzer des Restaurants Dragon Wok, veröffentlichte CCTV-Filmmaterial.

Der Vorfall ereignete sich am Freitagabend, als die Polizisten zum Einsatzort gerufen wurden. Dort habe es eine "Störung" mit einem bewaffneten Mann gegeben, erklärte die Polizei. Die Beamten hätten versucht, den 31-Jährigen festzunehmen, dieser wäre jedoch vor ihnen weggerannt. Daraufhin schossen die Polizisten auf den Flüchtigen. Über die Anzahl der abgefeuerten Schüsse gibt es bislang keine Angaben. Örtliche Medienberichte sprechen von etwa einem Dutzend. Der Verdächtige sei nach dem Zwischenfall in ein Krankenhaus gebracht und dort für tot erklärt worden, hieß es. 

Der Anwalt der Familie des Opfers, Benjamin Crump, verlangt in einer Stellungnahme eine transparente Aufklärung der "sorglosen Schüsse und tragischen Tötung dieses Mannes". Die verantwortlichen Polizisten sollten umgehend entlassen werden, fordert er.

Treyford war von Beamten umzingelt und wurde mehr als zehn Mal angeschossen", erklärte Crump.

Der Anwalt verbreitete über Twitter ein Augenzeugenvideo, in dem dieser Vorfall dokumentiert sein soll. Darin ist zu sehen, wie sich ein Afroamerikaner im Schritttempo der Verfolgung durch Polizisten entzieht. Als er sich der Eingangstür einer Tankstelle nähert, schießen die Polizisten mehrfach aus sehr geringer Entfernung auf ihn.

Crump zufolge handelt es sich bei dem Getöteten um Treyford P., die Polizei gab seinen Vornamen mit der Schreibweise Trayford an.

In den USA war es seit Ende Mai vielerorts zu Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen. Der Auslöser war die Tötung des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am 25. Mai. Floyds Familie war ebenfalls von Crump vertreten worden.

Die in die Schießerei verwickelten Polizisten wurden vorläufig aus dem Dienst genommen, während die staatlichen Behörden von Louisiana in Abstimmung mit den örtlichen Gemeindevorstehern eine Untersuchung durchführen. Der kommissarische Polizeichef Scott Morgan versprach, "alles zu tun, was in puncto Transparenz möglich ist".

Am Samstag kam es in Lafayette zu Protesten. Dutzende Aktivisten versammelten sich am Samstagabend rund um die Shell-Tankstelle, vor welcher der 31-Jährige am Freitagabend erschossen wurde.

Der Protest soll überwiegend friedlich verlaufen sein, doch einige Demonstranten sollen Flaschen und Steine auf Polizeifahrzeuge geworfen haben. 

Die Polizei erklärte die Versammlung für "rechtswidrig". Es soll einige Festnahmen gegeben haben. Die Beamten hätten Tränengas eingesetzt, um die verbliebene Menschenmenge zu zerstreuen, erklärte eine Lokalreporterin.

Die Aktivisten der Black-Lives-Matter-Bewegung und lokale Vertreter der Nichtregierungsorganisation für Bürgerrechte ACLU prangerten den Vorfall als ein weiteres Beispiel für institutionellen Rassismus an. Sie bezeichneten ihn als kaltblütigen "Mord" und warfen der Polizei vor, eine "alltägliche Konfrontation" in einer "tödlichen Schießerei" enden lassen zu haben.

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