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Kanadische Polizei ermittelt wegen Graffito an SS-Ehrenmal: Aus Hassverbrechen wird Vandalismus

Kanadische Polizei ermittelt wegen Graffito an SS-Ehrenmal: Aus Hassverbrechen wird Vandalismus
Bilder auf der Collage: das Ehrenmal auf dem Ukrainischen Sankt-Wladimir-Friedhof in Oakville (© Twitter/Russia in Canada); ukrainische Nationalisten bei einem Straßenumzug in Lwow (© Sputnik)
Viele Kanadier wundern sich sehr, dass es in ihrem Land Ehrenmale für Nazis gibt. Das Phänomen beschäftigt die Öffentlichkeit, seitdem die Polizei von Oakville in Ontario wegen einer Schmiererei an einem Grabstein für ukrainische SS-Kämpfer gegen Unbekannt ermittelt.

Die Polizei von Oakville in der südostkanadischen Provinz Ontario ermittelt weiter gegen einen oder mehrere Unbekannte, die ein Ehrenmal für ukrainische Kämpfer der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS mit weißer Farbe besprüht haben. Nach Polizeiangaben entstand die Inschrift "Nazi-Kriegsmonument" am Denkmal auf dem Ukrainischen Sankt-Wladimir-Friedhof um den 21. Juni. Die Polizei leitete einige Tage später eine Untersuchung wegen Hassverbrechens ein.

Die Entscheidung der Behörden, die Tat als Hassverbrechen einzustufen, und ihre Weigerung, Bilder von der Schmiererei zu veröffentlichen, riefen neugierige Internetnutzer auf den Plan. Fotos des beschmierten Ehrenmals wurden Internet verbreitet und befremdeten viele Kanadier. Moss Robeson, der über Aktivitäten ukrainischer Nazikollaborateure in Nordamerika berichtet, gehörte zu den Ersten, die auf den Fall aufmerksam wurden.

Die Zeitung Ottawa Citizenfragte die örtliche Polizei, wie ausgerechnet SS-Kämpfer Opfer eines Hassverbrechens werden können. Ein Sprecher antwortete darauf schriftlich, dass das Graffito auf eine "erkennbare Gruppe" abziele. Dabei zitierte er aus dem kanadischen Strafgesetzbuch, wonach die Übermittlung von Erklärungen an einem öffentlichen Ort, die zum Hass auf eine erkennbare Gruppe anstiften, mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet wird. Als die Meldung am 17. Juli erschien, schlug der Fall hohe Wellen im ganzen Land. Die Hauptfrage war, warum es in Kanada überhaupt Nazi-Ehrenmale gibt.

Dabei hatte die russische Botschaft in Kanada die Öffentlichkeit bereits im Oktober 2017 auf die Existenz solcher Monumente aufmerksam gemacht.

Nach der massiven Kritik ruderte die Polizei von Oakville am Freitag zurück und teilte mit, dass die Parole "Nazi-Kriegsmonument" am Ehrenmal für SS-Kämpfer nun als "Vandalismus" behandelt werde. Ein Polizeisprecher präzisierte dabei, die ursprünglich gesammelten Informationen hätten darauf hingedeutet, dass das Graffito gegen Ukrainer als "erkennbare Gruppe" gerichtet gewesen sei. Die Polizei habe keineswegs die Nazis mit der "erkennbaren Gruppe" gemeint.

Menschen stellen bei einer Gedenkfeier für die Opfer des Massakers von Babi Jar am 29. September 2016 in Kiew Kerzen und israelische Fahnen auf. In Babi Jar wurde eines der größten Einzelmassaker an Juden während des Holocaust begangen.

Der Bürgermeister von Oakville, Rob Burton, bedauerte, dass er kein Recht habe, sich in die Angelegenheiten von Privatfriedhöfen einzumischen:

Ich persönlich finde das abscheulich. Einige meiner Familienangehörigen sind im Kampf gegen die Nazis gestorben. Wenn die Gesetze von Ontario es mir erlauben würden, das Ehrenmal zu beseitigen, wäre das bereits vor 14 Jahren [zu seinem Amtsantritt; Anm.] passiert.

Die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS war im Jahr 1943 im Westen der Ukraine gegründet worden. Sie bestand aus einigen Zehntausend ukrainischen Freiwilligen. Die Einheit kämpfte gegen Partisanen und beteiligte sich an Strafoperationen gegen die Zivilbevölkerung, bei denen unter anderem Juden und Polen getötet wurden. Die auch als "Galizische SS-Division Nummer 1" bekannte Einheit wurde im Juli 1944 von der Roten Armee zerschlagen. Die Überreste der Division bezeichneten sich danach als "Ukrainische Nationalarmee". Im Mai 1945 ergaben sich deren Kämpfer den Alliierten. Da die meisten von ihnen aus Galizien stammen, galten sie als polnische Staatsbürger und wurden nicht an die Sowjetunion ausgeliefert. Viele wanderten später nach Kanada, Australien oder in die USA aus.

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