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"Schädliche Dreadlocks": Wenn selbst Haare gegen die politische Korrektheit verstoßen

"Schädliche Dreadlocks": Wenn selbst Haare gegen die politische Korrektheit verstoßen
Symbolbild
Bad hair day? Nach Protesten in sozialen Netzwerken wurde eine US-amerikanische Geschäftsinhaberin in Seattle wegen Erregung über angebliche "kulturelle Vereinnahmung" gedrängt, sich ihre Dreadlocks abzuschneiden.

Eine Kleinunternehmerin in Seattle wurde zum Umfrisieren und zu einer langen öffentlichen Entschuldigung genötigt, nachdem im Internet ihre Dreadlocks als eine Form der "kulturellen Aneignung" interpretiert wurden – ein Vorwurf, den andere als eine Form von "Mode-Polizei" abgetan haben.

In einem Instagram-Post am Montag entschuldigte sich Rachel Marshall, die Gründerin von Rachels Ginger Beer in Seattle, in einem langen mea culpa (in einer langen Schuldbekenntnis) für ihre "schädliche" Frisur und erklärte, sie sei sich jetzt bewusst, dass Afroamerikaner "diskriminiert und misshandelt werden, weil sie Dreadlocks haben", während sie versprach, ihre eigenen abzuschneiden.

"Es tut mir so leid, dass es so lange gedauert hat, meinen Fehler einzugestehen und auszusprechen", schrieb Marshall auf Instagram und fügte hinzu:

Ich habe einen Termin, um meine Dreadlocks abschneiden zu lassen, und im weiteren Sinne bin ich auch dazu verpflichtet, ernsthaft den Stimmen und Erfahrungen zuzuhören, die sich von meinen eigenen unterscheiden.

Während man Marshall auf Fotos und in Social Media-Posts seit Jahren mit Dreadlocks sieht, hat die Nachricht von ihrer Frisur anscheinend gerade erst den Weg zu unzufriedenen Nutzern im Netz gefunden, was viele dazu veranlasst hat, ihre Frisur zu verurteilen und "kulturelle Aneignung" darin zu sehen. Das scheint ein Konzept zu sein, das bei einigen in der "politischen Linken" gerade  in Mode ist und Mitgliedern einer "dominanten" Kultur verbieten soll, Elemente einer "marginalisierten" sozialen Gruppe oder Kultur, wie etwa deren Kleidung oder Frisur, zu kopieren. Im Fall von Marshall wurde behauptet, ihre Dreads seien von Afroamerikanern "angeeignet" worden.

"Das ist schön zu hören. Ich persönlich habe wegen des unangenehmen Bildes einer weißen Frau mit Dreadlocks aufgehört, Ihre Geschäfte aufzusuchen. Ich nahm an, dass Sie nicht verstanden hatten, wie verletzend solche Bilder sein können", schrieb ein Kritiker als Antwort auf Marshalls Instagram-Post.

Danke, dass Sie endlich und entschlossen, obwohl fraglos zu spät, eine kulturell angemessene Wahl getroffen haben.

Einige Kommentatoren forderten Marshall auf, ihre Frisur so zu belassen, weil sie die Kritik als kleinlich und übertrieben abtaten, während andere auf die allgemeine Absurdität der Situation hinwiesen – nämlich als das Spektakel von "Progressiven", die einer Frau diktieren wollen, was sie mit ihrem Körper machen soll.

Über den trivialen Charakter der Kritik hinaus stellten einige auch die faktische Grundlage des Vorwurfs der "kulturellen Aneignung" infrage, indem sie feststellten, dass Dreadlocks und verfilzte Frisuren in Kulturen auf der ganzen Welt seit Hunderten von Jahren dokumentiert wurden – darunter auch in nordischen und germanischen Stämmen in Europa, bei Hindus in Indien und den Ureinwohnern Australiens, um nur einige zu nennen.

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