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Selbstmord oder Mord? Tod zweier erhängter Afroamerikaner sorgt für Kontroversen in den USA

Selbstmord oder Mord? Tod zweier erhängter Afroamerikaner sorgt für Kontroversen in den USA
Sheriff der Polizei Los Angeles (Mitte im Bild) sprach zu den für die erneute Untersuchung des Todesfalls von Robert Fuller Demonstrierenden in Palmdale, Südkalifornien, USA.
Nach ersten Untersuchungen der Todesumstände zweier Afroamerikaner in Südkalifornien geht die örtliche Polizei bislang in beiden Fällen von Suizid aus. Ihre Angehörigen haben an diesen Versionen allerdings sehr große Zweifel.

Die Behörden der südkalifornischen Stadt Palmdale untersuchen den Tod des 24-jährigen Afroamerikaners Robert Fuller. Er war am 10. Juni in der Nähe des Rathauses erhängt an einem Baum aufgefunden worden. Als anfangs Selbstmord als Todesursache vermutetet wurde, brachen in der Gemeinde Proteste aus, berichten die US-Medien ABS und New York Times.

Angehörige und zahlreiche Einwohner von Palmdale fordern eine gründliche Untersuchung des Falles. Mehr als 100.000 Menschen unterzeichneten eine Online-Petition, in der eine vollständige Untersuchung von Fullers Tod gefordert wird. Gemeindemitglieder konfrontierten am Freitag bei einer kontrovers geführten Pressekonferenz Beamte der Stadt mit der Frage, warum sie seinen Tod so schnell als Selbstmord deklarieren und forderten eine unabhängige Autopsie.

"Ich habe Zweifel daran, was passiert ist", sagte eine Einwohnerin gegenüber der Los Angeles Times. Sie ist zu der Pressekonferenz gegangen und hatte sich dort einer Menschenmenge angeschlossen, unter dem Baum an dem Fullers Leiche entdeckt worden war.

"Ganz allein, vor dem Rathaus – das ist doch eher ein Statement", sagte sie. "Selbst wenn es ein Selbstmord war, ist das an sich eine Art Aussage".

Am Wochenende zogen Hunderte von Menschen durch die Straßen der 150.000 Einwohnern-Stadt. Sie marschierten von dem Park, in dem Fullers Leiche gefunden worden war, zur Station des Sheriffs. Viele trugen Schilder mit der Aufschrift "Gerechtigkeit für Robert Fuller".

Örtliche Medien berichteten, dass Fullers Schwester, Diamond Alexander, am Marschsamstag darauf bestand, dass ihr Bruder nicht selbstmordgefährdet gewesen sei.

Robert war ein guter kleiner Bruder für uns, und es ist so, als ob alles, was sie uns erzählt haben, nicht richtig war [...] und wir wollen einfach nur die Wahrheit wissen", sagte sie.

Selbstmord oder Mord? Tod zweier erhängter Afroamerikaner sorgt für Kontroversen in den USA
Die Schwester von Robert Fuller, Diamond Alexander, und ihr Ehemann bei der Demonstration in Palmdale.

Palmdale-Beamte schrieben in einer Erklärung, dass die Ermittler mit Fullers Familie in Kontakt gestanden hätten. In einer auf der Website der Stadt veröffentlichten Erklärung hieß es, sie unterstützen Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung und einer unabhängigen Autopsie. Leutnant Kelly Yagerlener vom Bezirksbüro für Gerichtsmedizin sagte, dass eine Entscheidung über die Todesursache in Erwartung der Untersuchung aufgeschoben wird.

Eine überraschende Wendung kam im Fall des Todes eines weiteren Afroamerikaners ans Licht. Zehn Tage zuvor war der 38-jährige Malcolm Harsch in der Nähe einer Stadtbibliothek in Victorville, rund 80 Kilometer von Palmdale entfernt, an einem Baum hängend entdeckt worden. Die Polizei im Bezirk San Bernardino teilte mit, es seien keine Hinweise auf Fremdverschulden gefunden worden. Die Ermittlungen würden aber noch andauern.

In einer Erklärung zur Veröffentlichung am Samstag sagte die Familie, dass einige Leute, die am Tatort waren, ihnen berichteten, dass zwar Blut auf seinem Hemd gewesen sei, jedoch keine Hinweise auf ein Kampfgeschehen vorlagen. Sie sagten, Harsch sei augenscheinlich nicht depressiv gewesen und habe kürzlich mit seinen Kindern darüber gesprochen, sie bald zu sehen.

"Die Erklärung für Selbstmord erscheint nicht plausibel", hieß es in der Erklärung. "Es gibt viele Arten zu sterben, aber in Anbetracht der gegenwärtigen Rassenanspannungen ist ein schwarzer Mann, der sich an einem Baum aufhängt, kommt im Moment definitiv nicht gut bei uns an. Wir wollen Gerechtigkeit, keine bequemen Ausreden".

Nach dem gewaltsamen Tod mehrerer Afroamerikaner durch Polizisten an verschiedenen Orten im Land ist es in den vergangenen Wochen in den USA zu Massenprotesten gekommen. Sie richten sich gegen Polizeigewalt, rassistisch motivierte Übergriffe und die anhaltende Diskriminierung von Afroamerikanern.

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