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Experte: Ölpreissturz wird US-Ölindustrie zwingen, Produktion zu drosseln oder Pleite zu gehen

Experte: Ölpreissturz wird US-Ölindustrie zwingen, Produktion zu drosseln oder Pleite zu gehen
Ein Bohrloch an einem von Oasis Petroleum gepachteten Fracking-Standort im Ölfördergebiet des Permian Basin
Der Absturz des Ölpreises könnte einen historischen Präzedenzfall schaffen. Die USA könnten, wenn auch unfreiwillig, dazu beitragen, den sinkenden Energiemarkt anzukurbeln. Diesmal, ohne auf Kosten anderer zu profitieren, glaubt Ölmanager Mike Cantrell.

Der Preis des US-Benchmark West Texas Intermediate (WTI) für Mai landete am Montag zum ersten Mal in der Geschichte im negativen Bereich. Er fiel auf -37,63 US-Dollar pro Barrel. Nach einer kurzen Erholung am Dienstag fielen die Futures wieder unter null, bevor sie am Mittwoch auf zehn US-Dollar pro Barrel anstiegen.

Ölfeld in Midland, US-Bundesstaat Texas

Die Situation ist zum Teil durch den Mangel an Lagerkapazität inmitten eines historischen Nachfrageschocks bedingt, der durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurde. Es sind jedoch nicht diejenigen, die auf den Ölfeldern arbeiten, sondern die Händler, die die Rohölpreise ins Trudeln bringen, sagte ein Insider der Ölindustrie gegenüber RT.

Mike Cantrell, Vorstandsmitglied der Oklahoma Energy Producers Alliance und Vorsitzender von Postwood Energy LLC erklärte in einem Interview mit RT:

Es sind nicht die Öl- und Gasproduzenten, die dies tun, sondern die Händler auf dem Markt. Sie wurden mit negativen Marktpositionen konfrontiert, als sie langfristig aktiv waren. Mit anderen Worten, sie mussten jemanden dafür bezahlen, Barrel zu kaufen, der sie nicht kaufen wollte.

Was die Produzenten betrifft, so müssen sie, wenn sie keine Lagerkapazität mehr haben, ihre Reservoirs schließen, wodurch die gesamte US-Produktion um mindestens ein Drittel reduziert wird. Der Branchenexperte ist der Ansicht, dass mindestens die Hälfte der US-amerikanischen Ölproduktion nach dem Markteinbruch am Montag den Betrieb einstellen könnte, während die meisten US-amerikanischen Schieferölproduzenten dem Untergang geweiht seien. Cantrell betonte:

Wahrscheinlich zum ersten Mal in der Geschichte tut der US-Markt seinen gerechten Anteil, um die Märkte auszugleichen, wenn auch unfreiwillig.

Er fügte hinzu, es sei "völlig inakzeptabel", dass die USA ihre Produktion auf Kosten Russlands und Saudi-Arabiens erhöhten, die im OPEC+-Format beschlossen, ihre Produktion zu drosseln, um die Preise in die Höhe zu treiben. Die US-Regierung kann zwar nicht alle Unternehmen zwingen, die Ölförderung einzustellen, es gibt jedoch gesetzliche Bestimmungen, die die Verschwendung natürlicher Ressourcen verbieten. Zum Beispiel gibt es in Oklahoma ein Gesetz, das den Verkauf von Öl unter seinem tatsächlichen Wert verbietet, so der Ölmanager.

Sie haben nicht nur die Macht, sondern auch die Verantwortung, alles sofort zu schließen.

Cantrell drückte seine Hoffnung aus, dass die Behörden keine verschwenderische Öl-Produktion zulassen und einige Obergrenzen einführen werden.

Es scheint jedoch, dass nur kleine Produzenten, die etwa 20 Prozent der gesamten US-Produktion ausmachen, eine Begrenzung der Produktion befürworten. Trotz der beispiellosen Situation auf dem Markt, der aufgrund des pandemiebedingten Nachfrageeinbruchs mit einem Überangebot konfrontiert ist, würden größere Konzerne eher ihr Geschäft aufgeben, bevor sie das tun, stellte der Ölmanager fest. Die Pandemie sei zum letzten Sargnagel für die US-Schieferölunternehmen geworden. Diese seien von Anfang an nicht auf Langlebigkeit ausgelegt gewesen, mit Ausnahme einiger Schwergewichte des Permian Basin wie Concho, EOG und Pioneer. Cantrell erklärte weiter:

Rohöllagertanks von oben aufgenommen am Ölknotenpunkt Cushing, US-Bundesstaat Oklahoma

Hätte es das Coronavirus nicht gegeben, wäre die Hälfte dieser Unternehmen in diesem Jahr ohnehin in Konkurs gegangen.

Der Experte wies darauf hin, dass das Geschäftsmodell dieser Firmen das eigentliche Problem sei, da sie ständig bohren müssten, was massive Mittel erfordere. Er schloss:

Ich wäre schockiert, wenn die Regierung den Schieferölbohrern aus der Patsche helfen würde. Es dauert drei bis fünf Jahre, bis die US-Produktion wieder das heutige Niveau erreicht. Zehntausende von Menschen werden entlassen werden. Das ist ein Blutbad in unserer US-Wirtschaft.

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