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Dioxin-Fund in Hamburg - Erinnerung an Boehringer-Skandal

Dioxin-Fund in Hamburg - Erinnerung an Boehringer-Skandal
Dioxin-Fund in Hamburg - Erinnerung an Boehringer-Skandal
Bei einem Dioxin-Fund in einem Naturschutzgebiet im Osten Hamburgs ist ein extrem hoher Wert des hochgiftigen Stoffes gemessen worden - das erinnert an den Skandal um die Chemiefirma Boehringer in den 80er Jahren. Der vorgesehene Grenzwert von einem Mikrogramm pro Kilo werde um das 700-fache überschritten, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) am Donnerstag.

Da bislang nur das Ergebnis einer einzelnen Messung vorliege, sei noch nicht klar, ob es sich um eine punktuelle oder großflächige Belastung handele. Die technisch wie zeitlich aufwendige Auswertung weiterer Proben müsse abgewartet werden. "Erst im Januar wissen wir, wie groß die betroffene Fläche ist", sagte der Senator. Unabhängig davon handele es sich angesichts "des sehr, sehr hohen Werts" aber schon jetzt um ein "schweres Umweltvergehen".

Ein vier Hektar großes Gebiet rund um den Fundort ist seit Mitte Oktober abgesperrt. Da Dioxin besonders gefährlich ist, wenn es mit der Nahrung in den Körper gelangt, wurden auch Pilze und Beeren sowie Fische aus zwei am Fundort gelegenen Teichen untersucht. Das Angeln ist bis auf weiteres untersagt.

Die Probe sei im Rahmen regelmäßiger Bodenuntersuchungen eher zufällig an genau diesem Punkt genommen worden. "Es gab bislang keinerlei Verdacht, dass da eine Altlast liegen könnte", sagte Kerstan. Luftaufnahmen von 1962 deuteten aber darauf hin, dass dort Industrieabfälle illegal entsorgt worden seien.

Mitte der 1980er Jahre hatte ein Dioxin-Skandal um die Firma Boehringer Hamburg geschockt. Weil das Dioxin auf dem Werksgelände in Moorfleet nicht beseitigt werden konnte, musste die betroffene Fläche über viele Jahre aufwendig versiegelt werden. Das Gelände gilt auch heute noch als eine der bekanntesten Dioxin-Altlasten in Deutschland. (dpa)

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