Schiff mit Migranten darf nicht in Italien einlaufen – erstmals italienisches Boot abgewiesen

Schiff mit Migranten darf nicht in Italien einlaufen – erstmals italienisches Boot abgewiesen
Schiff mit Migranten darf nicht in Italien einlaufen – erstmals italienisches Boot abgewiesen (Symbolbild)
Das italienische Schleppboot "Vos Thalassa" mit rund 60 aus dem Mittelmeer geretteten Migranten an Bord darf nicht in einen italienischen Hafen einlaufen. Übereinstimmenden Medienberichten vom Dienstag zufolge ist Italiens Innenministerium verstimmt, weil sich die Migranten im Verantwortungsbereich der libyschen Küstenwache befunden haben sollen. Dabei soll es das erste Mal sein, dass man einem italienischen Rettungsschiff die Einfahrt in italienische Häfen verweigert.

"Sie hätten diese Ladung illegaler Migranten aufnehmen sollen", sagte Stefano Candiani, Staatssekretär im Innenministerium, dem staatlichen Radiosender Rai. Zur Lösung des Streits wurden die Migranten jetzt auf ein Schiff der italienischen Küstenwache gebracht, wie Infrastrukturminister Danilo Toninelli bei Twitter bestätigte. Zur Begründung sagte er, die Migranten hätten das Leben der Crew auf der "Vos Thalassa" gefährdet. 

Das abgewiesene Boot befinde sich Medienberichten zufolge in Besitz einer privaten Firma, die die Unterstützung bei den Offshore-Praktiken des französischen Öl- und Gasunternehmens Total leistet. Am Montag soll das Schiff auf einen Notruf in der Nähe der libyschen Küste reagiert und 66 schiffbrüchige Migranten an Bord genommen haben.

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass das Boot die Migranten aus Seenot rettet. Im Jahr 2017 soll das Boot über 1.000 Menschen in unter 24 Stunden aufgenommen haben, und letzte Woche belief sich die Zahl der geretteten Migranten auf 212.

Die neue italienische Regierung will, dass gerettete Migranten nicht nach Europa kommen, sondern nach Libyen zurückgeführt werden. Lega-Chef und Innenminister Matteo Salvini wirft Rettungsschiffen von Hilfsorganisationen Hilfe beim Menschenhandel vor und verwehrt ihnen deswegen die Einfahrt in italienische Häfen. (dpa / RT Deutsch)

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