Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamiert tödliche Messerattacke in Paris für sich

Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamiert tödliche Messerattacke in Paris für sich
Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamiert tödliche Messerattacke in Paris für sich
Ein Angreifer hat am Samstagabend im Zentrum der französischen Hauptstadt Paris einen Passanten getötet und vier weitere Menschen verletzt. Die Polizei erschoss den Messerstecher. Zwei Angegriffene wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, zwei weitere erlitten leichte Verletzungen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte den Angriff für sich. Das IS-Sprachrohr Amak bezeichnete den Täter als "Soldaten des Islamischen Staates".

Laut Zeugenaussagen soll der Angreifer "Gott ist groß" auf Arabisch gerufen haben. Wegen des Vorfalls in der Nähe der Garnier-Oper übernahmen Anti-Terror-Ermittler den Fall. Der Täter sei im Jahr 1997 in Russlands Teilrepublik Tschetschenien geboren worden, bestätigten Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Ermittler hätten seine Eltern am Sonntagmorgen in Gewahrsam genommen. Staatspräsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich habe erneut "den Preis des Blutes" bezahlt, werde aber vor den "Feinden der Freiheit" keinen Zoll zurückweichen. Bürgermeisterin Anne Hidalgo erklärte: "Unsere Stadt wurde heute Abend tief verletzt."

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge. Seit Anfang 2015 wurden dabei mehr als 240 Menschen ermordet. Besonders verheerend war die Terrornacht vom 13. November 2015. Der danach in Frankreich verhängte Ausnahmezustand war Anfang November ausgelaufen, die Behörden warnen aber weiterhin regelmäßig vor einer anhaltend hohen Bedrohung. (dpa)

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