Bolivianer fordern Meereszugang mit 200 Kilometer langem Banner

Bolivianer fordern Meereszugang mit 200 Kilometer langem Banner
Bolivianer fordern Meereszugang mit 200 Kilometer langem Banner
Mit einem knapp 200 Kilometer langen Banner haben Tausende Bolivianer ihre Forderung nach einem Meereszugang für ihr Land zum Ausdruck gebracht. Rund 17.000 Militärs und 4.000 Polizisten rollten am Samstag die 196,5 Kilometer lange Fahne auf der Landstraße von der Hauptstadt La Paz im Westen des Landes nach Oruro weiter südöstlich aus, um die Öffentlichkeit auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Nach Angaben der Regierung nahmen insgesamt rund 100.000 Menschen an der Kundgebung teil.

Das Riesenbanner ist blau wie das Meer wegen des Anspruchs auf den Zugang zum Pazifik. Jedes Stück von zehn Metern trägt darüber hinaus neben einer Abbildung der bolivianischen Flagge auch die Fahne der Ureinwohner sowie neun Sterne für die Regionen des Landes und einen weiteren goldenen Stern für die im Salpeterkrieg verlorene Region an der Pazifikküste. Am 19. März beginnen in Den Haag vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) die Anhörungen im Verfahren, in dem Bolivien von Chile einen Zugang zum Pazifischen Ozean fordert.

Bolivien verlor seinen Zugang zum Pazifischen Ozean nach dem im Jahr 1879 ausgebrochenen Salpeterkrieg gegen Chile. Der Friedensvertrag von dem Jahr 1904 legte die heutigen Grenzen zwischen Chile, Bolivien und Peru fest. Die bolivianische Regierung erhob jedoch im Jahr 2013 Klage beim IGH, um Chile zu Verhandlungen über einen Meereszugang Boliviens zu zwingen. (dpa)

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