Nach Vergiftung des Doppelagenten lässt Polizei 180 Militärs und Chemiewaffenspezialisten anrücken

Nach Vergiftung des Doppelagenten lässt Polizei 180 Militärs und Chemiewaffenspezialisten anrücken
Spezialeinheiten bei der Übung eines Giftgasangriffs in London, Großbritannien, 7. September 2003.
Die britische Polizei geht davon aus, dass der russische Doppelagent Sergei Skripal im britischen Salisbury mit Nervengas vergiftet wurde. Er und seine Tochter sind im Krankenhaus. Der Kreml dementiert, in den Fall verwickelt zu sein. 180 Soldaten der Royal Marines und Militärmitarbeiter, die über ein spezielles Training in der chemischen Kriegsführung verfügen, wurden nach Salisbury gerufen.

In der britischen Stadt Salisbury ist der ehemalige russische Doppelagent Sergei Skripal am Sonntag offenbar mit einem Nervengas angegriffen worden. Skripal und seine Tochter Julia wurden bewusstlos auf einer Bank aufgefunden. Der Polizist, der als erstes vor Ort war, musste ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die britische Innenministerin Amber Rudd beschrieb den Fall als "unerhörlich". Daniel Sandford von der BBC sagte, die jetzt angeforderten Militärs seien "Experten in der chemischen, biologischen, nuklearen und radiologischen Kriegsführung". Es ginge darum, Fahrzeuge und Gegenstände vom Tatort zu entfernen, die bei der Unterstützung der Opfer angefordert wurden, aber jetzt kontaminiert sein könnten. 

Sergei Skripal war beim russischen Militärgeheimdienst und wurde von Großbritannien als Doppelagent angeworben. Im Jahr 2004 flog er auf und wurde in Russland zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nach einem Agentenaustausch wurde Skripal in das Vereinigte Königreich ausgeflogen. Der Kreml dementiert entschieden jede Verwicklung in den jetzigen Vorfall. Die britische Boulevardpresse überschlägt sich derweil mit Spekulationen. Für die Gemeinschaft bestehe keine Gesundheitsgefahr. 

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