Betrugsprozess gegen Rechtsextremisten und Ex-V-Mann Tino Brandt beginnt im April

Betrugsprozess gegen Rechtsextremisten und Ex-V-Mann Tino Brandt beginnt im April
Tino Brandt am 19. Februar in Stuttgart, wo er an einer Landtagssitzung teilnahm. Er sollte auf die Fragen der Abgeordneten über seine Verbindungen zum NSU aussagen.
Einer Gerichtssprecherin zufolge muss sich der Thüringer Rechtsextremist und Ex-V-Mann des Verfassungsschutzes, Tino Brandt, im Frühjahr erneut vor Gericht verantworten. Am Landgericht Gera soll am 11. April ein Prozess wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs gegen das frühere NPD-Landesvorstandsmitglied und weitere 13 Angeklagte beginnen.

Die Staatsanwaltschaft Gera hatte vor einem Jahr Anklage erhoben, die Anklageschrift umfasst hunderte Seiten. Brandt würden mehr als 110 Betrugsfälle oder -versuche vorgeworfen. Er sitzt derzeit eine Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen ab.

Geschädigt wurden demnach unter anderem Versicherungen. Im Zuge der Betrugsermittlungen hatte im Frühjahr 2012 ein Großaufgebot von Polizisten Wohnungen und Geschäftsräume in Rudolstadt und Leipzig durchsucht. Damals war von einem Schaden von mehr als einer Million Euro die Rede gewesen. Auch Waffen wurden bei den Durchsuchungen gefunden.

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Brandt hatte in den 1990er Jahren die rechtsextreme Kameradschaft "Thüringer Heimatschutz" aufgebaut. Diese gehörte zum Umfeld des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) mit Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und der im Münchener NSU-Prozess angeklagten Beate Zschäpe aus Jena. Von 1994 bis zu seiner Enttarnung 2001 führte der Thüringer Verfassungsschutz Brandt als V-Mann "Otto". (dpa)

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