Pentagon denkt nicht an Truppenabzug: "Wir bleiben in Syrien so lange wie nötig"

Pentagon denkt nicht an Truppenabzug: "Wir bleiben in Syrien so lange wie nötig"
US-Streitkräfte bleiben in Syrien auf unbestimmte Zeit, hat ein Sprecher des Pentagons öffentlich mitgeteilt. Für den Verbleib der USA im kriegsgeschüttelten Land gibt es keine bindende Rechtfertigung. Bisher beriefen sich die USA auf die Gefahr des "Islamischen Staates".

„Wir werden unser Engagement vor Ort so lange wie nötig aufrechterhalten, um unsere Partner zu unterstützen und die Rückkehr terroristischer Gruppen zu verhindern“, sagte Pentagon-Pressesprecher Eric Pahon am Dienstag.

Bildquelle: YPG

Das Pentagon gab vergangene Woche zu, dass es 1.720 Soldaten in Syrien unterhält, mehr als dreimal so viele, wie es lange behauptete. Laut Militärkreise aus dem Umfeld der US-unterstützten „Demokratischen Kräfte Syriens“, kurz SDF, sind rund 4.000 US-geführte Koalitionstruppen in Syrien präsent.

Bisher rechtfertigten die USA ihre illegitime militärische Präsenz in Syrien unter dem Vorwand der Bekämpfung des „Islamischen Staates“. Washington gilt als Hauptunterstützer der „Demokratischen Kräfte Syriens“, die von der PKK-nahen Kurden-Miliz YPG angeführt wird. Die Miliz hält rund 25 Prozent des gesamten syrischen Territoriums.

Die USA haben die 2001 erteilte Genehmigung zur Anwendung militärischer Gewalt gegen al-Kaida und andere Terroristen als rechtliche Rechtfertigung für ihre Präsenz in Syrien angeführt. Die syrische Regierung hat diese Behauptung jedoch zurückgewiesen und besteht darauf, dass US-Streitkräfte illegal auf ihrem Territorium operieren.

„Wir werden an jede diplomatische Tür klopfen, denn die US-amerikanische Militärpräsenz in Syrien ist illegal“, kritisierte der syrische Außenminister Walid Muallim. „Wenn die Diplomatie machtlos ist, werden wir verschiedene Optionen prüfen.“

Im Gegensatz zu den USA erfolgte Russlands Militärkampagne auf Einladung der syrischen Regierung. Moskau verlegte seine Streitkräfte im September 2015, als Rebellen und terroristische Gruppen drohten, die Regierung zu überrennen. Die USA beschuldigen Russland, zu wenig zu tun, um den IS zu besiegen. Aus Washington hieß es:

Sie haben nur einen Bruchteil der Anti-IS-Operationen durchgeführt.

Kurdische YPG-Kämpfer, ausgerüstet mit US-amerikanischen Humvees. Bildquelle: YPG/Twitter

„Die Aussage ist nichts Neues. Es ist der gleiche typische Snobismus", sagte der russische Senator Frants Klintsevich, stellvertretender Vorsitzender des Oberhausausschusses für Verteidigung und Sicherheit, als Antwort auf die US-Unterstellung. „Selbst mit dem totalen Widerstand der US-Geheimdienste können diejenigen, die wissen, wie viel Russland und die syrischen Streitkräfte getan haben, wie viele Menschenleben verloren gingen, einfach nicht sagen, dass Russland nichts getan hat.“

Während das syrische Militär und seine Verbündeten Gewinne in Ostsyrien erzielen, steht der IS vor dem Verlust all seiner kontrollierten Gebiete. Am Dienstag verkündete die US-geführte Koalition, dass weniger als 3.000 IS-Kämpfer in Syrien und im Irak verbleiben, so die Nachrichtenagentur Reuters. Syrien wird jedoch nach wie vor von Terroranschlägen heimgesucht. Eine Bombenexplosion auf einem Passagierbus tötete 8 Menschen in der Stadt Homs am Dienstag. Der „Islamische Staat“ bekannte sich zu dem Angriff.