Metropolitan Opera in New York: Stardirigent Levine wegen Missbrauchsvorwürfen suspendiert

Metropolitan Opera in New York: Stardirigent Levine wegen Missbrauchsvorwürfen suspendiert
Die weltberühmte Metropolitan Opera in New York hat ihren langjährigen Musikdirektor James Levine wegen massiver Missbrauchsvorwürfe vorerst suspendiert. "Während wir die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten, haben wir uns auf Grund der neuen Berichte dazu entschlossen, sofort zu handeln", teilte das Opernhaus am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter mit. Der 74-jährige Levine werde bei keinerlei Aktivitäten der Met dabei sein, er werde auch die für diese Saison geplanten Auftritte nicht erfüllen.

Die Met reagiert damit auf Veröffentlichungen am Sonntag. Die New York Times hatte Einzelheiten aus einem Polizeibericht von 2016 publiziert, der dem Opernhaus im vergangenen Jahr vorgelegt worden war. Demnach gaben zwei mutmaßliche Opfer an, Ende der 1960er Jahre als Minderjährige missbraucht worden zu sein. Die Zeitung interviewte zudem einen dritten Betroffenen und dessen Familienangehörige.

Damit hat die Welle von Veröffentlichungen zu sexuellen Übergriffen, die mit dem Fall des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein begonnen hatte, nun auch die Welt der klassischen Musik erreicht.

Die Met habe eine Anwaltskanzlei beauftragt, um den vielen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs durch Levine von den 60er bis in die 80er Jahre nachzugehen. Deshalb werde die Zusammenarbeit mit Levine vorbehaltlich der Ermittlungen auf Eis gelegt, hieß es weiter. (dpa)

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