Korsische Nationalisten erhoffen von Regionalwahl mehr Autonomie

Korsische Nationalisten erhoffen von Regionalwahl mehr Autonomie
Korsische Nationalisten erhoffen von Regionalwahl mehr Autonomie
Die Bürger der französischen Mittelmeerinsel Korsika haben am Sonntag ein neues Inselparlament gewählt. Die Wahl galt als mögliche Richtungsentscheidung für das schwierige Verhältnis der Insel zum französischen Zentralstaat. Sollten sich die korsischen Nationalisten als stärkste Kraft behaupten, dürften ihre Forderungen nach mehr Autonomie neues Gewicht bekommen.

Grund für die jetzige Neuwahl ist eine Reform der Verwaltungsstruktur Korsikas, durch die das Inselparlament an Bedeutung gewinnt. Korsika ist etwa halb so groß wie Sachsen und zählt rund 300.000 Einwohner, ungefähr ein halbes Prozent der französischen Bevölkerung. Die Insel liegt näher an Italien als an Frankreich und hat eine eigene, dem Italienischen verwandte Sprache.

Die gemeinsame Liste der wichtigsten nationalistischen Kräfte will eine rechtlich verankerte Autonomie Korsikas. Eine Abspaltung von Frankreich fordert sie aber nicht. Bestrebungen für mehr Eigenständigkeit gibt es auf der Insel schon seit Jahrzehnten. Lange waren diese von Gewalt überschattet. Im Jahr 2014 hatte die Korsische Nationale Befreiungsfront FLNC die Waffen niedergelegt. (dpa)

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