Mehrere Tote bei Protesten in Pakistan - Polizei und Armee rücken aus

Mehrere Tote bei Protesten in Pakistan - Polizei und Armee rücken aus
Mehrere Tote bei Protesten in Pakistan - Polizei und Armee rücken aus
Nach blutigen Zusammenstößen mit religiösen Protestlern in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stehen Polizei und Militär bereit, um die auf mindestens 2.000 Menschen geschätzte Gruppe aufzulösen. Am Samstag sind bei ersten Versuchen, den schon mehr als zwei Wochen lang andauernden Protest zu beenden, bereits ungefähr zehn Menschen getötet und rund 250 verletzt worden.

Alle Getöteten seien Demonstranten, erklärte in der Nacht zum Sonntag eine Mitarbeiterin der Rettungskräfte, Deeba Shahnaz. Die Protestler warfen Steine und zündeten Autos und Reifen an. Rund 8.000 Polizisten und Paramilitärs setzten Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse ein. Pakistans Regierung rief am Samstagabend die Armee zu Hilfe, nachdem die ersten Räumungsversuche gescheitert waren. Aus Angst vor einer Eskalation wies die Regierung die Sicherheitskräfte zunächst an, vorsichtig vorzugehen. Auch in anderen Großstädten gab es spontan Proteste. Ministerpräsident Shahid Khaqan Abbasi ließ alle Live-Berichterstattung in Fernsehsendern stoppen. Auch soziale Medien wie Twitter wurden eingeschränkt.

Seit dem 8. November versuchen etwa 1.500 Mitglieder der Bewegung Tehreek Labaik Ya Rasool Allah mit der Blockade der wichtigsten Ausfallstraße von Islamabad, die Amtsenthebung von Justizminister Zahid Hamid zu erreichen. Sie werfen ihm Gotteslästerung vor: Er hat den Text des Eides, den Parlamentarier ablegen müssen, ihrer Meinung zugunsten einer umstrittenen religiösen Minderheit - der Ahmadi - abgeändert. Die Änderung der Eidesformel wurde zwar schnell wieder zurückgezogen. Das hat die Demonstranten allerdings nicht gestoppt. (dpa)

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