Hamid Karsai kritisiert US-Rolle in Afghanistan-Krieg

Hamid Karsai kritisiert US-Rolle in Afghanistan-Krieg
Hamid Karsai kritisiert US-Rolle in Afghanistan-Krieg
Der frühere afghanische Präsident Hamid Karsai hat die USA für den andauernden Krieg und auch das Erstarken der Terrormiliz "Islamischer Staat" in seinem Land mitverantwortlich gemacht. Die geplante Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan sei keine Lösung, erklärte der Politiker in einem Gespräch mit dem Publizisten Jürgen Todenhöfer. Das Interview wurde am Samstag von der "Berliner Zeitung" abgedruckt.

Das Hauptinteresse der USA in Afghanistan liege im globalen Wettbewerb um die Vorherrschaft in der Region, teilte Hamid Karsai mit. Sein Land sei Schauplatz der Konfrontation ausländischer Mächte. Der Krieg der USA erzeuge Wut im Land und sei kontraproduktiv. Um im Krieg gegen den Terror erfolgreich zu sein, müssten die USA die Zusammenarbeit mit maßgeblichen Mächten wie Russland, China und dem Iran suchen.

Der Politiker war von 2001 bis 2014 Afghanistans Präsident und hatte dabei mit den USA im Krieg gegen die Taliban kooperiert. In den letzten Monaten bauten die Taliban ihren Herrschaftsbereich im Land aus. Auf Drängen der USA verkündeten die NATO-Staaten, die Anzahl ihrer Soldaten im Afghanistaneinsatz von 13.000 auf 16.000 zu steigern. (dpa)

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