Ungarn: Dorf ohne muslimische Einwohner verhängt Burkaverbot nach österreichischem Vorbild

Ungarn: Dorf ohne muslimische Einwohner verhängt Burkaverbot nach österreichischem Vorbild
Ort in Ungarn, wo keine Muslime leben, verhängt "Burkaverbot" nach österreichischem Vorbild
Die ungarische Gemeinde Asotthalom mit 4.000 Einwohnern hat ein Burkaverbot nach österreichischem Vorbild beschlossen. Das ist vor allem deswegen verwunderlich, weil in dem Ort kein einziger Muslim lebt.

Die von Rechtskonservativen regierte südungarische Gemeinde Asotthalom hat ein "Burkaverbot" verhängt, gab Bürgermeister Laszlo Toroczkai in der Nacht zum Freitag bekannt. "Wir haben das österreichische Gesetz (zum Verbot von Gesichtsverhüllungen) zur Grundlage genommen", schrieb der Politiker auf seiner Facebook-Seite. "Stimmt, das Wort "Islam" ist (in der Verordnung) nicht niedergeschrieben - es geht nun um jedes Kleidungsstück, welches das Gesicht zur Gänze bedeckt."

Toroczkai ist einer der Vize-Vorsitzenden der rechtsradikalen Parlamentspartei Jobbik (Die Besseren). Mit einem ersten Vorstoß, in seiner Gemeinde das Tragen der Burka und des Tschadors - islamischer Kleidungsstücke für Frauen zur Verhüllung des Gesichts - zu verbieten, war der Bürgermeister im vergangenen Jahr gescheitert. Das ungarische Verfassungsgericht hatte die Verordnung aufgehoben, weil sie gegen die Religionsfreiheit verstieß.

Das jetzt verordnete "Burkaverbot" in Asotthalom hat rein propagandistischen Wert. Anders als in Österreich gibt es in dem 4.000-Einwohner-Ort an der Grenze zu Serbien keine Muslime. In Österreich gilt seit dem Vormonat ein umstrittenes Gesetz, das das Verhüllen des Gesichts verbietet. Islamische Kleidungsstücke sind darin nicht ausdrücklich erwähnt. Seitdem kam es mehrfach dazu, dass Personen in Kostümierungen zu Werbezwecken oder als Träger eines Gesichtsschals angezeigt wurden. (dpa)

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