Brite stellt echten Panzer auf Privatgelände in Rheinland-Pfalz aus – Nachbarn nicht beeindruckt

Brite stellt echten Panzer auf Privatgelände in Rheinland-Pfalz aus – Nachbarn nicht beeindruckt
Brite stellt echten Panzer auf Privatgelände in Rheinland-Pfalz aus – Nachbarn nicht beeindruckt
Viele Wanderer im Kasbachtal in der Nähe von Koblenz sind verblüfft. Aus heiterem Himmel kommen sie an roten Telefonzellen, einer lebensgroßen Queen-Figur, einer vollbusigen Hexe mit Wildschweinen an der Leine und einem britischen 52-Tonnen-Panzer vorbei. Das spleenige Privatgelände "Little Britain" in Linz am Rhein, hat schon Landtag und Innenministerium von Rheinland-Pfalz beschäftigt. Nachbarn sind erbost.

Der nach Deutschland eingewanderte Brite Gary Blackburn, Chef eines Baumpflegedienstes in der Umgebung, hat 2016 als Antwort auf die Brexit-Entscheidung in seiner Heimat begonnen, sein kleines kostenloses Freilichtmuseum auf seinem Betriebsgelände an einem Wanderweg zum Rheinsteig aufzubauen. Die Hütte des legendären Räubers Robin Hood, Palast-Wachsoldaten, ein roter Briefkasten, Ritterrüstungen und alte englische Autos zeugen vom britisch-skurrilen Humor des 53-Jährigen aus dem Hinterland.

Ende 2016 erblickte Blackburn bei einem ebenfalls außergewöhnlichen Fahrzeughändler im Westerwald das heutige Lieblingsstück seiner Sammlung: einen Centurion-Panzer der 1950er Jahre. "So einen habe ich als Dreijähriger von meinem Vater als Spielzeug bekommen und geliebt. Ich habe deshalb den echten Panzer für 30.000 Euro gekauft", erzählt der Engländer. Den Panzer hat Blackburn mittlerweile mit einem Schild zum "Mahnmal für Frieden und Freiheit" deklariert, geschmückt mit weißen Friedenstauben und roten Mohnblumen aus Plastik. "In dieser Gegend hat es ja viele Kriegshandlungen gegeben, zum Beispiel bei der Brücke von Remagen", sagt der sechsfache Vater. 

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Manche Oldtimerclubs und Tausende Wanderer aus aller Welt hätten sein nicht eingezäuntes "Little Britain" bereits bestaunt. Für seine unmittelbaren Nachbarn ist der Panzer ein rotes Tuch. "In der heutigen Zeit empfinde ich ihn als Schandmal. Jeder Tag, den er dort länger steht, ist einer zuviel", betont die "systemische Kinesiologin" Andrea Oppermann. Ihr Ehemann Matthias spricht von "einer Verhöhnung der Menschen, die durch Kriegserlebnisse belastet und traumatisiert sind.

Irritiert ist auch die örtliche Landtagsabgeordnete Ellen Demuth (CDU). "Panzer werden in so vielen Kriegen eingesetzt, das ist eine Verhöhnung aller Opfer", hat sie schon vor Monaten kritisiert - und eine Anfrage an die Mainzer Landesregierung gerichtet. Antwort des Innenministeriums: "Der Panzer steht auf einem Privatgrundstück und ist weder fahr- noch einsatzfähig." Das "demilitarisierte Ausstellungsstück" falle somit nicht mehr unter das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Mit den örtlichen Behörden geht der Panzerstreit indes weiter. (dpa)