Chile wählt Präsidenten und Parlament: Viele enthalten sich der Stimme

Chile wählt Präsidenten und Parlament: Viele enthalten sich der Stimme
Chile wählt Präsidenten und Parlament: Viele enthalten sich der Stimme
Chile bestimmt den Nachfolger der Staatschefin Michelle Bachelet. Als Favorit unter den acht Kandidaten der Wahl am Sonntag gilt der konservative Unternehmer Sebastián Piñera (67), der bereits 2011-2014 das Amt innehatte. Politiker aller Couleur haben die Bürger zur Teilnahme an der Wahl aufgerufen.

Es werden auch alle 155 Abgeordneten und die Hälfte der 50 Senatoren im Parlament neu gewählt. Wahlberechtigt sind 14,3 Millionen Bürger. Die Regierung hat Maßnahmen getroffen, um die Wahlteilnahme zu fördern. Für öffentliche Transportmittel musste nicht gezahlt werden, Arbeitnehmer durften zur Stimmabgabe ihren Job für zwei Stunden verlassen. Die Wahllokale schließen um 18:00 Uhr Ortszeit (23:00 MEZ).

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Es hatte Hinweise gegeben, rund 60 Prozent der Wahlberechtigten könnten sich der Stimme enthalten. "Es gibt Menschen die denken, es sei gleich, wer regiert. Ihre Stimme ist aber jetzt wertvoll", sagte Bachelet vor ihrer Stimmabgabe am Sonntagmorgen in Santiago de Chile. Einige wenige sollten nicht für die Mehrheit entscheiden, erklärte die Regierungssprecherin Paula Narváez. "Steh auf und gib deine Stimme ab, die Zukunft Chiles liegt in deinen Händen", schrieb Piñera auf seinem Twitter-Account.

Piñera könnte nach den letzten Umfragen auf über 40 Prozent der abgegebenen Stimmen kommen. Er würde aber nach den Prognosen die absolute Mehrheit verfehlen, die erforderlich ist, um das Präsidentenamt in der ersten Wahlrunde zu gewinnen. An zweiter Stelle in der Wählergunst stand nach Umfragen der Bewerber der Koalition von Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten, der unabhängige Journalist Alejandro Guillier (64). Eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen würde am 17. Dezember stattfinden. (dpa)