Anwältin erstreitet Recht auf berufliche Tätigkeit nach "unwürdiger" Beleidigung des Staatsanwaltes

Anwältin erstreitet Recht auf berufliche Tätigkeit nach "unwürdiger" Beleidigung des Staatsanwaltes
Anwältin erstreitet Recht auf berufliche Tätigkeit nach "unwürdiger" Beleidigung des Staatsanwaltes
Beleidigendes Verhalten reicht nicht aus, um einem Juristen den Anwaltsberuf zu verwehren. Das stellte das Bundesverfassungsgericht in einem am Freitag in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss klar. Damit war die Verfassungsbeschwerde einer Frau erfolgreich, die wegen "Unwürdigkeit" nicht Anwältin werden durfte. Dagegen hatte sie bis zum Bundesgerichtshof vergeblich geklagt.

Die Verfassungsrichter sehen in der Verweigerung hingegen einen schwerwiegenden Eingriff in das Recht auf freie Berufswahl, der zu einem zumindest vorübergehenden Berufsverbot führe. "Ein Bewerber kann nicht allein deswegen als unwürdig angesehen werden, weil sein Verhalten im beruflichen Umfeld oder im gesellschaftlichen Bereich auf Missfallen stößt", entschieden sie. Der Streit war vor der Rechtsanwaltskammer Köln ausgetragen worden. Die Frau hatte ihren ausbildenden Staatsanwalt beleidigt, weil sie seine Benotung als ungerecht empfand. (dpa)

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