Behörden als Missionare der Staatsdoktrin: Gläubige Chinesen sollen Jesus durch Xi ersetzen

Behörden als Missionare der Staatsdoktrin: Gläubige Chinesen sollen Jesus durch Xi ersetzen
Kommunismus als Ersatzreligion: Gläubige im südöstlichen Teil Chinas wurden Medienberichten zufolge dazu aufgerufen, ihre religiösen Devotionalien durch Plakate von Xi Jinping zu ersetzen, wenn sie von den staatlichen Maßnahmen zur Armutslinderung profitieren wollen. Dies berichtete die Hongkongs Tageszeitung South China Morning Post.

Das Armutslinderungsprogramm dient der kommunistischen Führung in der Region als Ansatzpunkt, um gläubige Christen im Kreis Yugan im Nordosten der chinesischen Provinz Jiangxi im Sinne der Staatsdoktrin zu missionieren und zu wahren Parteianhängern zu machen. Mehrere Gläubige seien aufgefordert worden, auf Devotionalien, die Jesus Christus zeigen, und Kreuze in ihren Räumlichkeiten zu verzichten und stattdessen Bilder des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei anzubringen. Lokale Behörden sollen das Armutslinderungsprogramm durchsetzen. Über 600 Einwohner sollen ihre religiösen Texte und Bilder bislang losgeworden sein. In dieser Region leben elf Prozent der Bevölkerung unterhalb der offiziellen Armutsgrenze. Außerdem sind offiziellen Angaben zufolge ungefähr zehn Prozent der dortigen Bevölkerung Christen. Vor allem evangelikale Gruppen hatten es in den letzten Jahren erfolgreich geschafft, Millionen Chinesen zum Christentum zu bringen. Die kommunistische Führung betrachtet dies zunehmend als potenziell gefährliche Konkurrenz.

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