Nach Gesichtstransplantation: Empfänger trifft Witwe des Spenders

Nach Gesichtstransplantation: Empfänger trifft Witwe des Spenders
Nach Gesichtstransplantation: Empfänger trifft Witwe des Spenders (Symbolbild)
Die Amerikanerin Lilly Ross hat am Freitag in der Bibliothek der Mayo Clinic in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota den Mann getroffen, der jetzt das Gesicht ihres toten Gatten trägt. Bei der Begegnung berührte die Frau das neue Antlitz von Andy Sandness und brach in Tränen aus. Nach dem ersten Schock konnte sich Lilly Ross etwas beruhigen und sagte, dass sich das Äußere des Empfängers doch etwas von dem Gesicht ihres toten Mannes unterscheide. Die Augen und die Stirn seien anders.

Andy Sandness lernte auch den einjährigen Sohn von Lilly, Leonhard, kennen, der ihn mit Interesse beobachtete. Die Erwachsenen sagten gegenüber Associated Press, dass sie sich nun wie eine Familie fühlten und im engen Kontakt miteinander bleiben möchten. Der Gesichtsempfänger versprach auch, für Leonhards Bildung aufzukommen.      

2006 hatte Andy Sandness infolge einer Depression einen Selbstmordversuch unternommen. Er überlebte zwar. Sein Gesicht blieb jedoch durch den Schuss völlig entstellt. Erst im Jahr 2012 stellte die Mayo Clinic in Rochester dem Mann eine Gesichtstransplantation Möglichkeit in Aussicht. Andy Sandness wurde auf die Operation drei Jahre lang vorbereitet und 2016 in die Warteliste aufgenommen. Fünf Monate später bekam er das Antlitz von Calen Ross, der sich das Leben genommen hatte. Seine Witwe genehmigte die Spende seines Gesichts und anderer Organe wie Lungen und Nieren. (AP)

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