Deutschlands ältestes Leihamt schließt nach rund 400 Jahren

Deutschlands ältestes Leihamt schließt nach rund 400 Jahren
Deutschlands ältestes Leihamt schließt nach rund 400 Jahren (Symbolbild)
Deutschlands ältestes Leihamt wird geschlossen. Die Stadt Augsburg wird den Betrieb ihrer Pfandleihe Ende 2018 nach dann 415 Jahren einstellen. Die Kommune begründet dies mit der privaten Konkurrenz und mit den Möglichkeiten, seine Wertgegenstände via Internet zu verkaufen. Nur noch bis Ende Dezember 2017 ist es möglich, gegen Pfand einen Kredit zu erhalten. Die noch laufenden Verträge sollen in den kommenden zwölf Monaten abgewickelt werden.

In den vergangenen Jahrzehnten haben bereits andere Städte ihre Einrichtungen für Kleinkredite an Bürger geschlossen. Derzeit gibt es bundesweit noch vier kommunale Leihhäuser - die drei anderen sind in Mannheim, Stuttgart und Nürnberg. Daneben gibt es mehr als 200 private Pfandkreditunternehmen.

Die Idee öffentlicher Leihhäuser ist im späten Mittelalter zunächst in Italien entstanden. Der Pfandkredit ist eine der ältesten Formen, ein Darlehen zu bekommen. Die Menschen bringen Wertgegenstände in das Leihhaus und bekommen für einige Monate gegen Zinsen Geld. Wenn der Eigentümer die Gegenstände nicht innerhalb der vereinbarten Zeit auslöst, werden sie versteigert. (dpa)

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