Gentherapie rettet Leben: Ärzte ersetzen Haut eines todkranken Jungen

Gentherapie rettet Leben: Ärzte ersetzen Haut eines todkranken Jungen
Symbolbild
Mit einer Gentherapie haben Mediziner aus der Bochumer Klinik einen kleinen Jungen von einer lebensbedrohenden erblichen Hautkrankheit geheilt. Sie entnahmen dem damals sieben Jahre alten Hassan dazu einige Hautzellen, schleusten im Labor eine gesunde Variante des bei ihm fehlerhaften Gens hinein und vermehrten die Zellen dann. Schließlich transplantierten sie die nachgezüchtete gesunde Haut auf fast die gesamte Körperfläche des Jungen.

Er ist heute, knapp zwei Jahre nach dem Eingriff, weitgehend frei von Beschwerden. Der kleine Hassan litt an einer Form der Erbkrankheit Epidermolysis bullosa, auch Schmetterlingskrankheit genannt. Dabei ist die obere Hautschicht, die Epidermis, nur unzureichend in der darunterliegenden Hautschicht, der Dermis, verankert.

"Es ist der erste Mensch, der so behandelt wurde. Wir müssen abwarten, ob auch weiterhin alles so gut verläuft. Das wird die Zeit zeigen", sagt Tobias Hirsch vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil, der den Jungen operiert hat. Für ihn als plastischen Chirurgen sei es «ein Wunder und ein Segen», dass es dem Jungen so gut gehe. Die Forscher sehen ihren Erfolg als Beweis, dass eine solche Gentherapie grundsätzlich möglich ist. Sie hoffen, dass das Verfahren in Zukunft auch zur Behandlung anderer Patienten eingesetzt werden kann. (dpa)

Mehr lesenLondon: Wissenschaftler verändern Erbgut von Embryonen