Australien will keine Manus-Flüchtlinge nach Neuseeland lassen

Australien will keine Manus-Flüchtlinge nach Neuseeland lassen
Australien will keine Manus-Flüchtlinge nach Neuseeland lassen
Australien hat ein Angebot des Nachbarlandlands Neuseeland zur Aufnahme von 150 Bootsflüchtlingen von der Pazifikinsel Manus abgelehnt. Der konservative Premierminister Malcolm Turnbull sagte nach einem ersten Treffen mit seiner neuen neuseeländischen Kollegin Jacinda Ardern am Sonntag in Sydney, sein Land werde die Offerte "jetzt nicht annehmen".

Die neuseeländische Labour-Politikerin sagte trotz der Ablehnung ihres australischen Amtskollegen: "Das Angebot bleibt auf dem Tisch." Malcolm Turnbull verwies hingegen auf eine Vereinbarung mit den USA, wonach bis zu 1.250 Flüchtlinge aus Manus in die Vereinigten Staaten gebracht werden können. Bislang sind allerdings erst 54 dort.

Auf der Pazifikinsel Manus, die zu Papua-Neuguinea gehört, harren etwa 600 Männer seit mehreren Tagen in einem offiziell geschlossenen australischen Flüchtlingslager aus. Die Zustände werden als schlimm beschrieben. International gibt es an den Zuständen auf Manus viel Kritik. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat Australien zu einer humanitären Lösung aufgefordert. Das Problem wurde auch bei dem Staatsbesuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Australien thematisiert. (dpa)

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