Tote Zivilisten nach US-Luftangriff in Afghanistan

Tote Zivilisten nach US-Luftangriff in Afghanistan
Tote Zivilisten nach US-Luftangriff in Afghanistan (Symbolbild)
Bei einem US-Luftangriff in der afghanischen Provinz Kundus sollen mehrere Zivilisten getötet worden sein. Über die genaue Opferzahl gab es unterschiedliche Angaben. Ein Vertreter der Provinzbehörden sagte am Sonntag, es seien 22 Zivilisten getötet und 40 weitere verletzt worden. Die Angriffe auf drei Dörfer im Bezirk Char Dara hätten am Freitag stattgefunden.

Andere Mitglieder des Provinzrates von Kundus sprachen von 14 Toten. Den Berichten zufolge hatten Taliban-Kämpfer die Dorfbewohner gezwungen, Leichen von getöteten Extremisten zu bergen, als sich der Angriff ereignete. Die US-Streitkräfte teilten in einer E-Mail vom Samstagabend mit, die Vorwürfe seien bekannt und würden untersucht. Ein Sprecher der afghanischen Streitkräfte in Kundus wies die Berichte über zivile Opfer bei der Militäroperation zurück.

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Der Bezirk Char Dara gilt als sehr unsicher. Im Jahr 2008 sind dort bei einem Taliban-Anschlag auf die Bundeswehr zwei deutsche Soldaten getötet worden. Afghanistans Armee geht seit mehreren Tagen in dem Bezirk verstärkt gegen radikal-islamische Taliban vor. (dpa)