Madagaskars Behörden verbieten Totentänze wegen Lungenpest

Madagaskars Behörden verbieten Totentänze wegen Lungenpest
Madagaskars Behörden verbieten Totentänze wegen Lungenpest (Archivbild)
Die madagassischen Behörden haben die Bürger aufgerufen, auf rituelle Tänze mit Verstorbenen wegen der auf dem Inselstaat tobenden Pestseuche zu verzichten. Bei der sogenannten Famadihana werden die Gebeine der Vorfahren mindestens alle zehn Jahre ausgegraben. Die Dorfgemeinschaft kleidet dann die sterblichen Überreste mit neuen Leichentüchern ein und begräbt sie wieder.

"Wenn die Person an der Lungenpest gestorben ist und das Grab später für ein Famadihana-Fest geöffnet wird, kann der Erreger trotzdem übertragen werden und jedermann infizieren, der mit dem Leichnam in Berührung kommt", hieß es im örtlichen Gesundheitsministerium.

Die Zahl der Toten durch den jüngsten Ausbruch der Pest auf Madagaskar ist indes auf mehr als 100 gestiegen. Gut 1.100 Menschen infizierten sich mit der Krankheit.

Unbehandelt führt die hochgefährliche Lungenpest oft innerhalb von 24 Stunden zum Tod. Da sie wie eine Grippe durch Tröpfchen übertragen wird, kann sie sich sehr schnell ausbreiten. Kleinere Ausbrüche der weniger gefährlichen Beulenpest sind auf Madagaskar nicht unüblich, durch die vielen Lungenpest-Erkrankten ist die aktuelle Epidemie jedoch deutlich schwerwiegender. (RIA Nowosti/dpa)

Mehr lesen:  Seltene Krankheit lässt Italienerin Blut schwitzen