Gefragter Job: Über 50 Menschen bewerben sich in Simbabwe um das Henkersamt

Gefragter Job: Über 50 Menschen bewerben sich in Simbabwe um das Henkersamt
Gefragter Job: Über 50 Menschen bewerben sich in Simbabwe um das Henkersamt (Symbolbild)
Mehr als 50 Frauen und Männer haben sich in wenigen Monaten in Simbabwe um einen recht gruseligen Job beworben: Die Regierung sucht momentan nach einer Henkerin bzw. einem Henker. Das Amt war seit dem Jahr 2005 unbesetzt, als die letzte Exekution stattgefunden hat. In der Zwischenzeit ist die Warteschlange zum Schafott allerdings wieder auf 92 Verurteilte angewachsen.

"Die Leute sind sehr interessiert. Das Echo war überwältigend", gab die Sprecherin des Justizministeriums in Harare, Virginia Mabhiza, gegenüber dem Blatt News Day bekannt. Der frühere Behördenchef Emmerson Mnangagwa war ein überzeugter Gegner der Todesstrafe. Sein Nachfolger Happyton Bonyongwe sprach sich zwar auch gegen Hinrichtungen aus. Einen endgültigen Beschluss in dieser Frage fasste er aber noch nicht. Virginia Mabhiza zufolge würden inzwischen 92 Menschen auf ihre Todesstrafe durch Erhängen warten. Deren Hinrichtung sei eben infolge des vakanten Henkersamtes ins Stocken geraten.

Simbabwe hat die Todesstrafe offiziell noch nicht abgeschafft, obwohl seit dem Jahr 2005 im Land keine Exekutionen mehr vollzogen werden. Die Regierung in Harare reformiert allmählich das Strafgesetzbuch. So dürfen gemäß der im Jahr 2013 verabschiedeten Verfassung keine Frauen, aber auch Männer unter 21 und über 70 Jahren mehr hingerichtet werden.

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