Rund 200.000 Katalanen protestieren gegen Inhaftierung von Separatisten

Rund 200.000 Katalanen protestieren gegen Inhaftierung von Separatisten
Rund 200.000 Katalanen protestieren gegen Inhaftierung von Separatisten
Kurz vor Ablauf eines Ultimatums aus Madrid verschärft die Inhaftierung zweier Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung die Spannungen zwischen der Zentralregierung in Madrid und den Separatisten in Barcelona. Zehntausende Menschen haben am Dienstagabend in Barcelona gegen die Festnahme von zwei führenden Aktivisten protestiert. Der Sprecher der Regionalregierung Kataloniens, Jordi Turull, bezeichnete den Vorfall als "demokratische Schande".

Die Demonstranten skandierten Parolen wie "Ihr seid nicht allein!" und "Spanische Justiz raus". Viele der Befürworter einer Abspaltung der Region von Spanien marschierten mit brennenden Kerzen. Auf Plakaten war unter anderem "Freiheit für die politischen Gefangenen" und "Help us Europe!" zu lesen. Die städtische Polizei der katalanischen Hauptstadt schätzte die Teilnehmerzahl auf 200.000.

Zum Protest hatten die Bürgerinitiative Katalanische Nationalversammlung (ANC) und der Kulturverein Omnium Cultural aufgerufen. Die beiden Präsidenten dieser separatistischen Organisationen, Jordi Sànchez und Jordi Ciuxart, waren am Montag auf Anordnung einer Richterin in Untersuchungshaft genommen worden.

Den beiden Männern wird "aufrührerisches Verhalten" vorgeworfen. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Sie sollen unter anderem bei einer Demonstration am 20. September die Teilnehmer dazu ermutigt haben, Angehörige der staatlichen Polizeieinheit Guardia Civil einzukesseln. Das spanische Verfassungsgericht hat inzwischen das Gesetz zum katalanischen Unabhängigkeitsreferendum endgültig außer Kraft gesetzt. (dpa)

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