Indien: Menschenfressende Tigerin zum Abschuss freigegeben, aber von Elektrozaun erwischt

Indien: Menschenfressende Tigerin zum Abschuss freigegeben, aber von Elektrozaun erwischt
Indische menschenfressende Tigerin zu Abschuss verurteilt, doch von Elektrozaun erwischt
In Indien tötete ein Tigerweibchen vier Menschen, ein Gericht hatte den Abschuss der Raubkatze angeordnet - nun wurde das Tier tot in einem Elektrozaun entdeckt, sagte ein Sprecher der Naturschutzbehörde im Bundesstaat Maharashtra am Montag. Ein Bauer hatte demnach den Zaun aufgestellt, um wilde Tiere fernzuhalten. Die Tigerin hatte mehrere Dörfer in der Region in den vergangenen Wochen terrorisiert, so der Sprecher.

Ein Gericht habe den Abschuss des Tigerweibchens erlaubt, sagte der Chef des Pench Tiger Reservats, Rishikesh Ranjan, der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben das tote Tier am Sonntag gefunden und die Jagd abgebrochen." Nun werde gegen den Bauern ermittelt, da nur die Behörden das Recht hätten, Wildtiere zu töten, fügte er hinzu. Zudem gibt es Streit darüber, ob solche Zäune rechtens sind. Die Raubkatze war im Juli eingefangen und mit einem Sender versehen worden, nachdem sie zwei Menschen getötet hatte. Das Tier wurde dann im Tiger-Naturschutzgebiet Bor ausgesetzt, tötete und verletzte aber weitere Menschen.

Mittels eines GPS-Senders sollte Kala eigentlich so schnell wie möglich wieder eingefangen werden, weil sie "Panik unter den Dorfbewohnern verbreitet", sagte Ranjan. Ihr jüngstes Opfer habe sie zu einem "großen Teil" aufgefressen. Tiger greifen normalerweise keine Menschen an. Manche Experten meinen aber, dass die Tiere auf den Geschmack kommen können, wenn sie einmal Menschenfleisch gefressen haben.

Tierschützer kritisierten den Tod der Raubkatze. Tiger sind of Ziel von Wilderern. Ihre Felle gelten als begehrte Trophäe, andere Körperteile sind vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin gefragt. (dpa)

Mehr lesenLeopard greift Sechsjährige in Streichelzoo an