Matratzen können BASF zu Alptraum werden: Konzern warnt Kunden vor belastetem Kunststoffgrundprodukt

Matratzen können BASF zu Alptraum werden: Konzern warnt Kunden vor belastetem Kunststoffgrundprodukt
Matratzen können BASF zu Alptraum werden: Konzern warnt Kunden vor belastetem Kunststoffgrundprodukt. Auf dem Bild: Menschen spielen Matratzen-Domino in Gründau-Lieblos. August 2012
BASF hat über einen Monat hinweg ein belastetes Kunststoffgrundprodukt für Möbel und Matratzen ausgeliefert. Das zwischen dem 25. August und dem 29. September in Ludwigshafen hergestellte Toluoldiisocyanat (TDI) enthalte eine deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol, teilte der Chemiekonzern am Dienstag mit. Das Unternehmen habe die Auslieferung des Produkts gestoppt und die Kunden informiert. Nach Angaben einer BASF-Sprecherin sei eine Menge von 7.500 Tonnen betroffen.

TDI ist ein Ausgangsstoff für Polyurethan. Dieser Spezialkunststoff wird in der Möbelindustrie zur Herstellung von Matratzen sowie für Polsterungen oder Holzbeschichtungen benutzt. Auch in der Automobilindustrie wird er verwendet, etwa für Sitzpolster. Das farblose Dichlorbenzol kann Haut, Atemwege und Augen reizen und krebserregend wirken.

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Der Fachverband Matratzen-Industrie Essen teilte mit, dass einige Unternehmen wegen des Vorfalls die Produktion gedrosselt oder sogar eingestellt hätten. Auch Auslieferungen seien gestoppt worden. Der Schaden sei "immens". Die Mitglieder klären derzeit mit ihren Lieferanten, welche Chargen betroffen sind. Aufgrund der Lieferketten und damit verbundenen Produktionszeiten dürften noch nicht viele belastete Matratzen in den Handel oder schlimmstenfalls in die Privathaushalte gelangt sein.

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BASF bietet unterdessen an, noch nicht verarbeitetes TDI aus dem Tank der Kunden zurückzunehmen. Außerdem will der Konzern auf eigene Kosten nicht verarbeitete Schaumblöcke einsammeln, die im fraglichen Zeitraum mit dem TDI hergestellt worden sind. (dpa)