Majestätsbeleidigung: Thai-Historiker kommt wegen Geschichtszweifel vor Gericht

Majestätsbeleidigung: Thai-Historiker kommt wegen Geschichtszweifel vor Gericht
Majestätsbeleidigung: Thai-Historiker kommt wegen Geschichtszweifel vor Gericht
Wegen öffentlich geäußerter Zweifel, ob eine legendäre Schlacht im 16. Jahrhundert tatsächlich stattgefunden hat, muss ein 85 Jahre alter Geschichtsprofessor in Thailand mit einem Prozess rechnen. Der prominente Historiker Sulak Sivaraksa musste sich am Montag vor einem Militärgericht in Bangkok wegen Beleidigung des Königshauses verantworten. Im Dezember soll nun entschieden werden, ob es tatsächlich zu einem Prozess kommt.

In Thailand ist die Königsfamilie durch ein Gesetz, das unter der Militärregierung auch rigoros angewendet wird, vor Majestätsbeleidigung geschützt. Bislang kam es jedoch nur selten vor, dass sich Gerichte auch mit Geschehnissen vor vielen Jahrhunderten beschäftigen. Sulak sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das hat alles überhaupt keinen Sinn. Das Gesetz beschützt nur den gegenwärtigen König - keinen, der seit 500 Jahren tot ist."

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Der Professor hatte in Zweifel gezogen, dass es eine Schlacht zwischen Truppen der Königshäuser aus Siam (heute: Thailand) und Birma (heute: Myanmar) im Jahr 1592 tatsächlich gegeben hat. Die sogenannte Elefantenschlacht gilt als einer der wichtigen Momente der Geschichtsschreibung Thailands. (dpa)