USA ziehen nach mutmaßlichen Schallangriffen Diplomaten aus Kuba ab

USA ziehen nach mutmaßlichen Schallangriffen Diplomaten aus Kuba ab
USA ziehen nach mutmaßlichen Schallangriffen Diplomaten aus Kuba ab
Nach mysteriösen Erkrankungen amerikanischer Diplomaten in Kuba zieht die US-Regierung mehr als die Hälfte ihres Botschaftspersonals von der Insel ab. Die Botschaft in Havanna solle zwar offen bleiben, allerdings nur noch im Notbetrieb arbeiten. Somit wolle Washington die Zahl der Diplomaten, die Gesundheitsrisiken ausgesetzt seien, zu minimieren, schrieb US-Außenminister Rex Tillerson am Freitag in einem Statement. Er riet US-Bürgern gleichzeitig vor Reisen nach Kuba ab.

Die kubanische Regierung wies die Entscheidung der USA als "überstürzt" zurück. "Wir stellen fest, dass die Entscheidung überstürzt ist und die bilateralen Beziehungen beeinflussen wird", sagte die im Außenministerium für die US-Beziehungen zuständige Direktorin Josefina Vidal am Freitag.

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Nach Darstellung des US-Außenministeriums waren die ersten Fälle der angeblichen Schallattacken Ende 2016 bekannt worden. Mindestens 21 Menschen erkrankten demnach. Einige der Betroffenen hätten dauerhaft ihr Gehör verloren, erklärte ein Vertreter des Außenministeriums am Freitag. Andere Symptome seien Tinnitus, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen gewesen. Rex Tillerson räumte aber Freitag aber auch ein, die USA hätten keine Erkenntnisse über die Ursachen und die Urheber für die Ohrenerkrankungen ihrer Botschaftsmitarbeiter. Umfangreiche Untersuchungen und Ermittlungen hätten keine verlässlichen Ergebnisse gebracht. Die kubanische Regierung bestritt, etwas mit den Vorfällen zu tun zu haben. (dpa)