Bilanz des Arbeitskampfs: Deutsche streiken wenig – Slowaken und Japaner gar nicht

Bilanz des Arbeitskampfs: Deutsche streiken wenig – Slowaken und Japaner gar nicht
Bilanz des Arbeitskampfs: Deutsche streiken wenig – Slowaken und Japaner gar nicht
Im internationalen Vergleich streiken deutsche Arbeitnehmer weiterhin selten. Auf 1.000 Beschäftigte kommen im langjährigen Schnitt pro Jahr nur 7 arbeitskampfbedingte Ausfalltage, wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft am Mittwoch in Köln berichtete. Unter den 22 von 2007 bis 2016 untersuchten OECD-Staaten gibt es acht Volkswirtschaften, in denen noch weniger Streiks als in Deutschland registriert wurden. Gar keine registrierten Arbeitskämpfe gab es in der Slowakei und Japan.

Unangefochtene Streikweltmeister bleiben hingegen die Franzosen, die mit 123 Ausfalltagen den deutschen Wert um das mehr als 17-fache überbieten. Allerdings lagen für die ebenfalls streikfreudigen Länder Griechenland und Italien einfach keine verlässlichen Daten vor. Auf den Plätzen der häufig von Arbeitskämpfen getroffenen Länder folgen Dänemark (118 Ausfalltage), Kanada (87) und Belgien (79).

Die Statistik hat Studienleiter Hagen Lesch zufolge einige Tücken. Während Ausreißer wie das deutsche Super-Streikjahr 2015 (31 Ausfalltage) über den langen Betrachtungszeitraum geglättet werden, gibt es doch stark unterschiedliche Zählweisen. In Deutschland werden beispielsweise Kurzstreiks von unter einem Tag Dauer nicht registriert. Gleiches gilt für die USA (6 Ausfalltage), wo aber zusätzlich noch alle Streiks mit weniger als 1.000 Teilnehmern nicht ausgewertet werden. In Spanien (59) würden große Generalstreiks nicht mitgezählt.

Generell gehe in fast allen Ländern die Zahl der Ausfalltage zurück. In vielen europäischen Ländern sei aber eine Renaissance der politischen Streiks zu beobachten, die in Deutschland gesetzlich verboten sind. (dpa)

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