"Gesprächstherapie für Schwule und Lesben": Richter in Brasilien erklärt Homosexualität zu Krankheit

"Gesprächstherapie für Schwule und Lesben": Richter in Brasilien erklärt Homosexualität zu Krankheit
Gay-Pride-Parade in Brasilien am 18. Juni 2017
Ein brasilianischer Richter hat beschlossen, Homosexualität sei eine Krankheit und könne mithilfe von der Gesprächstherapie behandelt werden. Das richterliche Urteil löste eine Welle Kritik in der Gesellschaft aus.

Die Gerichtsverhandlung entstand aus einer Klage, die von der Therapeutin Rozangela Justino vor Gericht gebracht wurde. Im Jahre 2016 wurde es Justino verboten, als Psychologin zu praktizieren, nachdem sie Gesprächstherapie für Homosexuelle angeboten hatte. Mit seiner Entscheidung hob der brasilianische Richter Waldemar Claudio de Carvalho den Beschluss des Bundesausschusses für Psychologie aus dem Jahr 1999 auf, der es Therapeuten verbot, Homosexualität als Krankheit zu behandeln.

Die richterliche Entscheidung sorgte für öffentliche Empörung in der brasilianischen Gesellschaft. Viele berühmte Persönlichkeiten des Landes stuften das Urteil als "absurd" und "krank" ein. Auch der Chef des brasilianisches Bundesausschusses für Psychologie Rogerio Giannini reagierte aufgebracht und erklärte, es gebe keinen Weg, etwas zu behandeln, was keine Krankheit sei.

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