Neue Regierung im Kosovo: Serbische Minderheit blockiert Aufbau der Armee

Neue Regierung im Kosovo: Serbische Minderheit blockiert Aufbau der Armee
Die serbische Minderheit im Kosovo wird durch ihre Beteiligung an der neuen Regierung den eigentlich geplanten Aufbau einer Armee blockieren. Die Serben "sind klar verpflichtet, gegen die Bildung der sogenannten Armee zu kämpfen", sagte der in der serbischen Regierung für das Kosovo zuständige Marko Djuric der Zeitung Novosti am Montag in Belgrad.

Seine Landsleute würden auch alle anderen Entscheidungen der albanischen Mehrheit im Land verhindern, die gegen die Interessen der Minderheit gerichtet seien, kündigte er weiter an. Die am Samstag gebildete Kosovo-Regierung hängt vom Wohlwollen der zehn serbischen Abgeordneten im Parlament ab. Über diese von Belgrad geführten Parlamentarier erhält Serbien erstmals direkten Einfluss in Pristina. Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo ist seit neun Jahren von Serbien unabhängig und inzwischen von 115 Staaten weltweit anerkannt. Serbien erkennt das nicht an und will seine frühere Provinz wieder zurückhaben. Die EU versucht seit Jahren weitgehend erfolglos, zwischen den beiden verfeindeten Nachbarn zu vermitteln. (dpa)

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