Polnische Reparationsforderungen: "Frage der Gerechtigkeit"

Polnische Reparationsforderungen: "Frage der Gerechtigkeit"
Polnische Reparationsforderungen: "Frage der Gerechtigkeit"
Die polnische Regierungschefin Beata Szydlo hat die Forderung nach deutschen Kriegsreparationen noch einmal bekräftigt. "Das ist einfach eine Frage des Anstands und der Gerechtigkeit gegenüber Polen", sagte die Politikerin in einem am Samstag veröffentlichten Interview der Agentur PAP. Bevor man die Frage auf die Ebene der Diplomatie trage, müssten zunächst die politischen Weichen gestellt werden - unter anderem in den Führungsgremien ihrer Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS).

Die Politikerin verteidigte auch die Pläne zu einer "Repolonisierung" privater Medienhäuser, von denen einige in deutschem Besitz sind. "Wenn es um die Änderungen in den Medien geht, um ihre Entflechtung, so wollen wir Pluralismus einführen, der in Polen in diesem Moment faktisch nicht existiert", sagte die 54-Jährige.

Die Bundesregierung hatte sich am Freitag zur Verantwortung für die "unfassbaren Verbrechen" des Zweiten Weltkriegs bekannt, aber die Forderungen mit Verweis auf den Reparationsverzicht Polens im Jahr 1953 und die bis dahin geleisteten Zahlungen zurückgewiesen. Nach Darstellung Warschaus geschah der Verzicht auf Druck der Sowjetunion, als Polen noch im sogenannten Ostblock war. (dpa)

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