Zentralrat der Juden: „Hitler-Glocke“ in Rheinland-Pfalz gehört ins Museum

Zentralrat der Juden: „Hitler-Glocke“ in Rheinland-Pfalz gehört ins Museum
Zentralrat der Juden: „Hitler-Glocke“ in Rheinland-Pfalz gehört ins Museum
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland ist dafür, die „Hitler-Glocke“ mit Nazi-Inschrift aus der Kirche des rheinland-pfälzischem Herxheim am Berg zu holen und einem Museum zu übergeben. „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass eine solche Glocke überhaupt in einer Kirche hängen geblieben ist“, teilte Josef Schuster am Dienstag mit und forderte damit auch die Evangelische Kirche zum Handeln auf. Darüber hatte zuerst die Zeitung Rheinpfalz berichtet.

„Noch weniger Verständnis habe ich dafür, dass es offenbar heute noch Menschen gibt, die eine positive Einstellung zu dieser Glocke haben“, sagte Schuster. Der Herxheimer Bürgermeister Ronald Becker (Freie Wähler) ist nach relativierenden Aussagen über die Glocke und die NS-Zeit unter Druck. Inzwischen prüft die Staatsanwaltschaft Frankenthal, ob der Anfangsverdacht einer strafbaren Handlung vorliegt. Becker, der vom Gemeinderat zum Rücktritt aufgefordert wurde, denkt nach Angaben eines Sprechers darüber nach, ob er das Bürgermeisteramt weiter ausübt. Er selbst war am Dienstag erneut nicht telefonisch zu erreichen.

Glocke in Herxheim am Berg

Über die Glocke gibt es seit Monaten Diskussionen. Sie hängt im Turm der protestantischen Kirche, gehört aber der politischen Gemeinde. In einem Zeitungsartikel hatte eine pensionierte Lehrerin kritisiert, dass sie immer noch genutzt wird und nichts auf ihre Geschichte hinweist. Auf Initiative der Kirchengemeinde hat die Ortsgemeinde kürzlich bei einer Glockensachverständigen ein Gutachten zur Zukunft des Klangkörpers in Auftrag gegeben, das alle gesetzlichen und denkmalschützerischen Anforderungen berücksichtigt. Auf dessen Grundlage will der Gemeinderat gemeinsam mit der Kirchengemeinde auch beraten, ob eine Infotafel zur Glocke angebracht wird. (dpa)

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