Größter Röntgenlaser weltweit wird in Hamburg eingeweiht

Größter Röntgenlaser weltweit wird in Hamburg eingeweiht
Am 1. September wird die weltgrößte Röntgenlaseranlage European XFEL in Schenefeld bei Hamburg nach über achtjähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Der XFEL, an dessen Errichtung elf Länder, darunter auch Deutschland und Russland, eng zusammen gearbeitet haben, bietet eine einzigartige Forschungsmöglichkeit vor allem im Nano- und Biobereich.

Der XFEL - die Abkürzung steht für X-Rayn Free-Electron Laser, also Röntgenlicht-Freie-Elektronen-Laser - ermöglicht einen Einblick in Strukturen und chemische Prozesse in der Nanowelt. Die bei der Beschleunigung von Elektronen erzeugten Röntgenblitze sollen in einer 3,4 Kilometer entfernten Experimentierhalle in Schenefeld auf Proben treffen und mit bis zu 27.000 Blitzen pro Sekunde Details von Viren, Zellen oder Molekülen sichtbar machen.

Dank hoher Impulsfrequenz dieses Lasers wird es zum ersten Mal in der Geschichte möglich, de facto einen 3D-Film darüber zu machen, wie chemische Reaktionen verlaufen, und zu sehen, wie Atome zusammenwirken, erzählte der Direktor des Kurtschatow-Instituts Mikhail Rychev. Der XFEL unterscheidet sich von anderen ähnlichen Anlagen vor allem durch eine größere praktische Anwendbarkeit und auch dadurch, dass er neue Möglichkeiten für Forschung auf dem Gebiet Physik, Chemie und Medizin eröffnen kann. Zum Beispiel können Wissenschaftler dank hoher Impulsdichte sich ein dreidimensionales Bild von Proteinen verschaffen, was besonders wichtig für Medizin sein könnte.

Zwei Wissenschaftler des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (Desy) in Hamburg-Bahrenfeld sowie Forscher aus Russland und Großbritannien sollen Mitte des Monats als Erste Experimente durchführen. An dem 1,2 Milliarden Euro teuren Projekt sind elf europäische Länder beteiligt. Die größten Geldgeber sind Deutschland und Russland.

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