Türkischer Oppositionsführer fordert bei "Gerechtigkeitskongress" mehr Demokratie

Türkischer Oppositionsführer fordert bei "Gerechtigkeitskongress" mehr Demokratie
Türkischer Oppositionsführer fordert bei "Gerechtigkeitskongress" mehr Demokratie (Archivbild)
Zum Beginn eines mehrtägigen überparteilichen "Gerechtigkeitskongresses" hat der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu vor über 10.000 Teilnehmern mehr Demokratie in seinem Land gefordert. "Wir wollen keine Spannungen, keinen Streit. Wir wollen in unserem eigenen Land in Ruhe und Frieden leben. Wir wollen eine gerechte Türkei", erklärte der CHP-Chef am Samstag im westtürkischen Canakkale.

Der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP warf der oppositionelle Politiker "Rechtlosigkeit" vor und beschuldigte sie, die Justiz zu beeinflussen. "Tausende unschuldige Menschen sind zu Opfern geworden. Tausende Akademiker verloren ihre Jobs. Die Gefängnisse sind voller Journalisten. Diese Tatsachen werden wir nicht vergessen. Abgeordnete sind im Gefängnis", sagte Kemal Kilicdaroglu. Den noch bis mindestens zum 19. Oktober anhaltenden Ausnahmezustand bezeichnete er als "zivilen Putsch".

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An dem von der CHP organisierten "Gerechtigkeitskongress" nehmen mehr als 700 Sprecher aus verschiedenen politischen Lagern teil. Über vier Tage verteilt werden Themen wie Menschenrechte, Umweltschutz oder Religionsfreiheit debattiert. (dpa)