Washington dreht Caracas den Geldhahn zu

Washington dreht Caracas den Geldhahn zu
Washington dreht Caracas den Geldhahn zu
Nach der Entmachtung des venezolanischen Parlaments haben die USA weitere Wirtschaftssanktionen gegen die Regierung in Caracas verhängt. Mit den neuen Strafmaßnahmen werden Geschäfte mit bestimmten Wertpapieren des Staates und der staatlichen Ölfirma PDVSA teilweise verboten.

Die neuen Sanktionen verbieten unter anderem den Handel mit bestimmten Staatsanleihen Venezuelas und die Auszahlung von Dividenden an die Regierung oder die staatliche Ölgesellschaft in den Vereinigten Staaten und für alle US-Bürger. Die Beschränkungen sollen es der venezolanischen Regierung erschweren, an frisches Geld zu kommen. Ein Importverbot für Erdöl ist allerdings zunächst nicht vorgesehen. 95 Prozent der venezolanischen Exporteinnahmen stammen aus dem Öl-Geschäft. Die USA sind der größte Abnehmer und überweisen jährlich rund zehn Milliarden Dollar nach Caracas.

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro kritisierte neuen Sanktionen scharf:

Es ist verrückt, was sie alles tun, um Venezuela anzugreifen. Aber sie werden scheitern und Venezuela wird stärker, freier und unabhängiger daraus hervorgehen."

Der Politiker warnte, dass Citgo, der US-Ableger von PDVSA, wegen der neuen Sanktion womöglich schließen müsste.

Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza nannte die restriktiven Maßnahmen die "schlimmste Aggression gegen Venezuela in den vergangenen 200 Jahren". Die USA wollten möglicherweise eine "humanitäre Krise" in dem Land herbeiführen, sagte der Diplomat nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär António Guterres in New York. Dieser drängte das Land hingegen zu einem Kompromiss mit der Opposition. Dieser Dialog sei "entscheidend und dringend".

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