Neue Afghanistan-Strategie: Trump bleibt unkonkret

Neue Afghanistan-Strategie: Trump bleibt unkonkret
USA verstärken ihr Engagement in Afghanistan
Mit Spannung wurde die Verkündung einer neuen Afghanistan-Strategie durch Donald Trump erwartet. Der US-Präsident blieb jedoch unkonkret. Einen Zeitrahmen für die weitere Dauer des Einsatzes wollte er ebenso wenig benennen wie eine konkrete Zahl bezüglich der Truppenaufstockung.

Die USA haben ihre Einsatzstrategie in Afghanistan neu geordnet. Der Kampf gegen Terroristen von Al-Kaida und die Terrormiliz "Islamischer Staat" soll verschärft, eine Übernahme des Landes durch die Taliban aktiv verhindert werden, erklärte US-Präsident Donald Trump am Montagabend. Die USA würden sich jedoch nicht mehr daran beteiligen, ein fremdes Land nach ihrem Modell zu verändern. "Am Ende ist es am afghanischen Volk, seine Zukunft in die Hand zu nehmen, seine Gesellschaft zu regieren, und einen unbefristeten Frieden zu erzielen", sagte Trump.

Mattis deutete Truppenaufstockung an

Er bezweifelte jedoch, dass die Taliban Teil einer politischen Lösung für Afghanistan sein können. Zwar sei es vorstellbar, dass irgendwann, nach einer effektiv geführten Militäroperation, eine politische Lösung erreicht werde, "die Elemente der Taliban enthält", sagte Trump. "Aber niemand weiß, ob und wann das jemals passieren wird", fügte er hinzu.

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Der Republikaner vermied es, über eine Aufstockung der Zahl der bisher 8.400 US-Soldaten am Hindukusch zu sprechen. Zuvor war in Medienberichten davon die Rede, die Zahl werde auf Vorschlag des Pentagon um 4.000 erhöht. Verteidigungsminister James Mattis deutete eine US-Truppenverstärkung indirekt an, indem er in einem Statement sagte, mehrere Verbündete hätten sich "ebenfalls" zur Erhöhung ihrer Truppenstärke bekannt.

Trump: "Zu schneller Rückzug würde mehr schaden als nützen"

Vor seinem Einstieg in die Politik hatte Trump stets einen Rückzug aus Afghanistan gefordert und schon den Start der Operation durch den damaligen US-Präsidenten George W. Bush als großen Fehler bezeichnet. Im Wahlkampf hatte er sich gegen militärische Interventionen ausgesprochen.

"Mein eigentlicher Instinkt war der Rückzug", sagte Trump. Er habe sich jedoch überzeugen lassen, dass ein schneller Truppenabzug aus Afghanistan negative Folgen haben könne, so wie sich das auch bereits im Irak ereignet habe. "Die Konsequenzen eines schnellen Rückzuges wären sowohl vorhersehbar als auch unakzeptabel", so Trump.
Stattdessen solle es nun keine zeitlichen Vorgaben mehr für die Operation am Hindukusch geben. Von einem Rückzug war nicht mehr die Rede. 

Die US-Truppen in Afghanistan erhielten künftig größere Freiheiten, um Terroristen und international agierende kriminelle Netzwerke ins Visier zu nehmen. "Diese Mörder müssen wissen, dass es für sie kein Versteck gibt", sagte Trump. Kriege würden nicht durch "Mikromanagement in Washington" gewonnen, sondern auf dem Schlachtfeld.

(rt deutsch/dpa)