Zwei Tote und sechs Verletzte bei Messerangriff in Turku - Bezug zu Terrorismus unbestätigt

Zwei Tote und sechs Verletzte bei Messerangriff in Turku -  Bezug zu Terrorismus unbestätigt
Zwei Tote und sechs Verletzte bei Messerangriff in Turku - Bezug zu Terrorismus unbestätigt
Bloß einen Tag nach dem Terroranschlag in Barcelona sind in der Stadt Turku im Südwesten von Finnland mehrere Personen Opfer eines Messerangriffs geworden. Laut Polizeiangaben forderte der Gewaltakt zwei Menschenleben, sechs weitere Menschen wurden mit Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert.

Am Freitagnachmittag hat ein Mann mehrere Menschen auf dem Puutori Platz in der finnischen Großstadt Tutku niedergestochen. Nach einem Schuss ins Bein wurde der Verdächtige festgenommen. Seine Tatmotive werden ermittelt. Mittlerweile fahndet die Polizei nach möglichen Komplizen des Täters.

Laut offiziellen Angaben der Polizei erlagen zwei Personen ihren Verletzungen. 

Ob der Vorfall als ein Terrorakt eingestuft wird, blieb zunächst unklar.

Bis jetzt betrachten wir dies nicht als einen Terrorangriff, aber wir können Terrorismus nicht ausschließen", sagte ein Sprecher der Kriminalpolizei.

Nach möglichen weiteren Angreifern wurde gefahndet. Wie genau die beiden Opfer zu Tode kamen, wollte die Polizei zunächst nicht sagen. Die Universitätsklinik teilte mit, ein Mensch sei erst im Krankenhaus gestorben, drei weitere seien in intensivmedizinischer Behandlung. Insgesamt seien neun Menschen ins Krankenhaus gekommen.

Der Sender YLE zitierte Augenzeugen mit den Worten, in der Innenstadt seien mehrere Schüsse zu hören gewesen. Auf Fotos waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge zu sehen. Die Polizei forderte die Bevölkerung am Nachmittag auf, die Gegend um den Tatort nicht zu betreten - möglicherweise gebe es weitere Täter. Die wichtigste Bibliothek der Stadt und ein Einkaufszentrum wurden evakuiert, wie YLE berichtete.

Die Polizeipräsenz an Bahnhöfen und am Flughafen von Helsinki wurde erhöht, Züge und Busse auf dem Weg aus der Stadt kontrolliert. Die Regierung wollte zu einer Sondersitzung zusammenkommen, wie Regierungschef Juha Sipila auf Twitter schrieb. Die Großstadt Turku liegt rund 170 Kilometer von der Hauptstadt Helsinki entfernt an der Westküste.

Die Zeitung Turun Sanomat berichtete unter Berufung auf Augenzeugen von zwei älteren Frauen und einem minderjährigen Jungen, die sich unter den insgesamt sechs Verletzten befinden sollen. 

Ein via Twitter gepostetes Video schildert vom Tatort fliehende Menschen in den ersten Minuten nach der Bluttat. Im Hintergrund ist ein männlicher Schrei zu hören, den manche Internetnutzer zunächst für einen "Allahu Akbar"-Ausruf hielten. Doch später vermuteten andere Follower, dass es in Wirklichkeit das Wort "Vorsicht" auf Finnisch gewesen sein könnte. 

Zahlreiche Rettungswagen sind am Tatort eingetroffen, der Polizeieinsatz dauert an. Die Einwohner wurden gebeten, die Innenstadt zu meiden. Landesweit wurden verstärkte Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Die finnische Regierung kündigte eine Sonderpressekonferenz um 19 Uhr Ortszeit an.