Militär besetzt Armenviertel in Rio de Janeiro: Tote und Festnahmen

Militär besetzt Armenviertel in Rio de Janeiro: Tote und Festnahmen
Militär besetzt Armenviertel in Rio de Janeiro: Tote und Festnahmen
Genau ein Jahr nach den Olympischen Spielen hat das brasilianische Militär im Kampf gegen die ausufernde Kriminalität in Rio de Janeiro einen Großeinsatz in Favelas gestartet. An den Operationen in sechs Armenvierteln beteiligten sich am Wochenende 3.600 Soldaten und 1.400 Polizisten. Zwei Menschen wurden getötet. 18 kamen in Gewahrsam. Bei dem von Panzern und Helikoptern begleiteten Einsatz wurden Pistolen, eine Granate, Marihuana und Kokain sichergestellt.

Mehrere Favelas wurden vorübergehend besetzt. Verteidigungsminister Raul Jungmann sagte, dass die Soldaten dort mehrere Tage bleiben könnten. Bei der Operation Onerat ging es um die Vollstreckung von rund 40 Haftbefehlen, unter anderem wegen Drogenhandel und Überfällen auf Lastwagen. Justizminister Torquato Jardim betonte: "Wir müssen den Mythos beenden, dass die organisierte Kriminalität zu mächtig ist und kaum zu bekämpfen ist." Brasiliens Präsident Michel Temer hatte wegen der Lage Ende Juli die Entsendung von rund 8.500 Soldaten nach Rio de Janeiro angeordnet.

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In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden im ganzen Bundesstaat an dem Atlantik bereits 2.723 Menschen gewaltsam getötet. Das waren 10,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitrum. Wegen der zunehmend unsicheren Lage brachen auch die Tourismuszahlen ein. Die Auslastung der Hotels lag zuletzt nach Angaben der Tourismusbehörde bei unter 50 Prozent. (dpa)

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