Bulgarischer "Flüchtlingsjäger" freigesprochen

Bulgarischer "Flüchtlingsjäger" freigesprochen
Bulgarischer "Flüchtlingsjäger" freigesprochen
Ein als selbst ernannter "Flüchtlingsjäger" bekannt gewordener Mann aus Bulgarien ist in einem Prozess um gefesselte Migranten freigesprochen worden. Dem Mann wurde vorgeworfen, im Grenzgebiet zur Türkei drei afghanische Flüchtlinge im April 2016 illegal festgehalten und ihre Hände mit Kabelbindern gefesselt zu haben. Wie bulgarische Medien am Donnerstag berichteten, entschied das Gericht in der Schwarzmeerstadt Burgas, dass es keine ausreichenden Beweise für die Schuld des Angeklagten gebe.

Der Freispruch des Gerichts sei darauf zurückzuführen, dass die betroffenen Afghanen den Mann anhand von Fotos, nicht aber bei einer Gegenüberstellung identifiziert hätten. Damit wurden die gesetzlichen Bestimmungen, wie es hieß, nicht eingehalten. Außerdem hätten die Vernommenen nicht ausdrücklich bestätigt, dass der angeklagte Mann die Migranten persönlich gefesselt habe.

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Ein Amateurvideo der Aktion hatte im Frühjahr 2016 für Aufsehen gesorgt. Auf dem Video war zu sehen, wie die Asylsuchenden gezwungen wurden, mit auf dem Rücken gefesselten Händen mit dem Gesicht zum Boden zu liegen. Im Grenzgebiet zur Türkei patrouillieren freiwillige Gruppen, um Flüchtlinge abzuhalten.

Bulgarien gilt in der Flüchtlingskrise als Transitland. Die trotz des Grenzzauns über die Türkei illegal eingereisten Flüchtlinge lassen sich ungern in dem ärmsten EU-Land registrieren, weil sie lieber nach Mittel- und Westeuropa weiterreisen wollen.

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