Russisches Außenministerium: Warschau zeigt unverhüllte Russophobie

Russisches Außenministerium: Warschau zeigt unverhüllte Russophobie
Russisches Außenministerium: Warschau zeigt unverhüllte Russophobie
Die Entscheidung Polens, Russland die Teilnahme am internationalen Neugestaltungsprojekt der Gedenkstätte Sobibor zu verweigern, ist eine offene Demonstration von Russophobie und das Bestreben, seine eigene Auffassung der Geschichte aufzuzwingen. Das teilte das russische Auswärtige Amt am Montag mit.

Russland hatte 2013 die Einladung bekommen, am Modernisierungsprojekt des Mahnmals auf dem Gelände des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers Sobibor teilzunehmen, erinnerte das russische Außenministerium. Das Projekt wurde von Polen, Israel, den Niederlanden und der Slowakei initiiert. Es sieht die Errichtung einer neuen Gedenkstätte, die Ausrüstung des Ehrenmals sowie den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur vor.

Russland nahm die Einladung positiv entgegen und zeigte sich bereit, sich aktiv an der Verewigung des Andenkens an die Häftlinge des Konzentrationslagers, darunter auch an die Teilnehmer des heldenhaften Aufstandes im Jahre 1943, der von russischen Kriegsgefangenen unter der Leitung der Rotarmisten Alexander Petscherski organisiert worden war, zu beteiligen. Außerdem zeigte sich Moskau bereit, einen wesentlichen finanziellen Beitrag zur Einrichtung des Mahnmals zu leisten", zitiert TASS die Behörde.

Die Abstimmung in der russischen Staatsduma

Jedoch blieben weitere Verhandlungen mit der polnischen Seite über die Mitwirkung Russlands an dem Projekt erfolglos. Unter verschiedenen Einwänden schob Warschau die endgültige Entscheidung mehrmals auf, bis es im Juli offiziell seinen Beschluss mitteilte, "die Zusammenarbeit in der bisherigen Besetzung fortzusetzen, die seit mehreren Jahren existiert", so Moskau.

Der Wunsch, Russland nicht am Projekt teilnehmen zu lassen,  ist Teil der in letzter Zeit unverhüllt zur Schau gestellten Russophobie Warschaus und des Begehrens der Polen, ihre Auffassung der Geschichte aufzudrängen, indem sie die befreiende Rolle der UdSSR und der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg unterschätzen", verlautete es aus dem russischen Auswärtigen Amt.

Hinsichtlich der historischen Wahrheit hält das Ministerium diese Entscheidung für unmoralisch.

Es ist schwer zu leugnen, dass die Beteiligung Russlands an der Errichtung des modernisierten Ehrenmals, der Gedenkstätte Sobibor, absolut berechtigt ist. Für das Ignoreren historischer Tatsachen gibt es keine vernünftige Erklärung, und sie darf von der internationalen Gemeinschaft nicht ungeachtet bleiben", schlussfolgerte das russische Außenministerium.

Im Vernichtungslager Sobibor wurden von Mai 1942 bis Oktober 1943 laut verschiedenen Einschätzungen von bis zu 250.000 Juden aus Polen und anderen europäischen Ländern in Gaskammern ermordet, die den Häftlingen gegenüber für Duschräume ausgegeben wurden. Nach dem Aufstand unter Führung des sowjetischen Offiziers Alexander Petscherski mit anschließender Massenflucht wurde das KZ dem Erdboden gleichgemacht.

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