Vertuschungsskandal in Japan: Verteidigungsministerin tritt zurück

Vertuschungsskandal in Japan: Verteidigungsministerin tritt zurück
Vertuschungsskandal in Japan: Verteidigungsministerin tritt zurück
Die japanische Verteidigungsministerin Tomomi Inada ist wegen eines Vertuschungsskandals zurückgetreten. Ministerpräsident Shinzo Abe unterzeichnete am Freitag ihren Rücktritt, wie er mitteilen ließ. Das Amt soll bis zu einer Kabinettsumbildung in der kommenden Woche Außenminister Fumio Kishida führen.

Inada war vorgeworfen worden, Gefahren für die japanischen Soldaten beim UN-Einsatz im Südsudan verschleiert zu haben. Der Rücktritt der Verteidigungsministerin wird als ein weiterer herber Rückschlag für Abes Regierung gesehen. Deren Beliebtheit in der japanischen Bevölkerung ist nach mehreren Skandalen stark gesunken.

Inada hatte wiederholt abgestritten, an der Vertuschung beteiligt gewesen zu sein. Das Thema habe aber das Potenzial, "das Vertrauen der Bevölkerung in die Führung des Verteidigungsministeriums und des Militärs zu beschädigen", sagte sie am Freitag. "Als Ministerin bin mir meiner Verantwortung für das Ministerium und die Truppe bewusst. Ich habe beschlossen, meinen Posten zu verlassen."

Mit Inada traten auch ihr Stellvertreter und der Stabschef der Armee zurück. Eine interne Untersuchung des Ministeriums hatte keine Belege für eine Beteiligung Inadas an der Vertuschung gefunden, aber festgestellt, dass Beamte kritische Informationen über den Einsatz im Südsudan vertuscht und damit Gesetze gebrochen hatten. (dpa)

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