Nach tödlichem Hubschrauberabsturz der Bundeswehr in Mali: "Piloten zu wenig trainiert"

Nach tödlichem Hubschrauberabsturz der Bundeswehr in Mali: "Piloten zu wenig trainiert"
Piloten in Mali zu wenig trainiert?
Nach dem Tod zweier Soldaten beim Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers in Mali kritisiert die Interessengemeinschaft des fliegenden und luftfahrzeugtechnischen Personals der Transport- und Hubschrauberverbände der Bundeswehr (IGTH) den Einsatz im afrikanischen Krisenland. Die deutschen Kampfhubschrauber seien nicht ausreichend für den Einsatz in dem Gebiet getestet und den Piloten fehle die vorgeschriebene Routine, sagte der IGTH-Vorsitzende Reinhard Schlepphorst der Bild-Zeitung (Freitag).

"Unsere Tiger-Piloten haben nicht genug Erfahrung auf den vor Ort eingesetzten Maschinen, um in Grenzsituationen die Hubschrauber vollumfänglich beherrschen zu können", sagte er. 

Schlepphorst präzisierte, dass nach NATO-Vorgaben Piloten in dem Jahr vor einem Einsatz 140 Flugstunden auf den Maschinen absolvieren müssten, die sie im Einsatz fliegen. Diese Flugstunden erreiche keiner der Tiger-Piloten auch nur annähernd.

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Die Bundeswehr wies die Kritik zurück. "Wir schicken keine unerfahrenen Piloten in den Einsatz", sagte ein Sprecher. Nach Informationen des Blattes ist einer der verunglückten Piloten den Kampfhubschrauber bereits im Afghanistan-Einsatz geflogen.

Der Kampfhubschrauber war am Mittwoch bei einem Einsatzflug 70 Kilometer nördlich von Gao abgestürzt und sofort ausgebrannt. Die zweiköpfige Besatzung - ein Pilot und ein Schütze - kam ums Leben. Der UN-Mission vor Ort zufolge deuten Erkenntnisse auf technisches Versagen hin. Es waren die ersten Todesfälle von Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz seit 2015. (dpa)

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