Chronisch kranke Italienerin verklagt Krankenhaus wegen gescheiterter Abtreibung

Chronisch kranke Italienerin verklagt Krankenhaus wegen gescheiterter Abtreibung
Chronisch kranke Italienerin verklagt Krankenhaus wegen gescheiterter Abtreibung
Eine 37-jährige alleinerziehende Mutter aus Italien hat eine Klage gegen die Universitätsklinik San Paolo in Milan erhoben, nachdem sie trotz eines Schwangerschaftsabbruchs ein Baby bekommen hat. Die Frau, die an einer schweren Darmerkrankung leidet und das Kind selbst nicht versorgen kann, fordert Schadenersatz und Unterstützungszahlungen für den "Behandlungsfehler".

Die an Morbus Crohn erkrankte Frau hatte allen Grund zur Sorge, dass der Vater sich nicht an der Versorgung des Kindes beteiligen wird. So entschied sie sich im April 2013 für eine medizinische Abtreibung.

Nachdem die Ärzte der Klinik ihr versichert hatten, dass die Prozedur planmäßig verlaufen sei, wurde sie beim nächsten Termin einen Monat später mit der Erkenntnis konfrontiert, immer noch schwanger zu sein. Obwohl ihr Gesundheitszustand ihr eigenes Leben und das des Fötus bedrohte, verzichtete die Italienerin auf einen chirurgischen Eingriff und brachte im Dezember 2013 einen vollkommen gesunden Sohn zur Welt.

"Es ist ein Behandlungsfehler",

berichtete einer der Anwälte, Vincenzo Lepre, gegenüber der Zeitung The Local.

Den Anwälten der Klägerin zufolge habe sich ihr Zustand seitdem drastisch verschlechtert, so dass sie zurzeit zu 50 Prozent behindert sei. Die Frau habe ihre Teilzeitarbeit aufgeben müssen und stehe vor einer Zwangsräumung.

"Natürlich liebt sie ihr Kind und ist in dem Sinne glücklich, aber es ist hart. Es ist eine Frau, die bereits Gesundheits- und Finanzprobleme hatte. Und für ein Kind muss man vieles aufopfern, auch wenn man es aus Liebe macht",

setzte sich eine andere Anwältin, Valentina Valente, für ihre Klägerin ein.

Die Mutter verlangt vom Krankenhaus eine Entschädigung in Höhe von 211.000 Euro sowie monatliche Unterstützungszahlungen.

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