Indiens Oberstes Gericht setzt Verbot des Handels mit Rindern als Schlachtvieh aus

Indiens Oberstes Gericht setzt Verbot des Handels mit Rindern als Schlachtvieh aus
Indiens Oberstes Gericht setzt Verbot des Handels mit Rindern als Schlachtvieh aus
Das Gericht in der Hauptstadt Neu Delhi bestätigte am Dienstag eine Entscheidung des obersten Gerichts des Bundesstaates Tamil Nadu, wonach die Maßnahme das Recht der Menschen verletze, frei über ihre Nahrung zu entscheiden. Die Regierung habe angekündigt, die Regeln zu überarbeiten, sagte der Kläger Abdul Faheem Qureshi, Chef eines muslimischen Fleischhandelsverbands, der Deutschen Presse-Agentur. Die Regierung von Premierminister Narendra Modi hatte das landesweite Verbot im Mai ausgesprochen.

Dem Verbot zufolge war der Handel mit Rindern auf Viehmärkten nur dann erlaubt, wenn die Tiere als Milchkühe oder zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt wurden. Kritiker werfen der Regierung vor, die Maßnahme sei ein De-Facto-Rindfleischverbot und diskriminiere Muslime und andere religiöse Minderheiten. Auch die Fleisch- und Lederexporteure des Landes hatten protestiert.

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Die Regierungen einiger Bundesstaaten mit hohem muslimischem Bevölkerungsanteil hatten sich geweigert, das Verbot umzusetzen. Für die Hindu-Mehrheit Indiens aber sind Kühe heilig. In den meisten Bundesstaaten ist es verboten, sie zu schlachten.

Indien ist einer der weltweit größten Exporteure von Rindfleisch. Dieses stammt offiziell allerdings ausschließlich von Wasserbüffeln.